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Dschungelcamp 2011

nuvolas Sicht auf das Dschungelgeschehen

So, ihr Lieben Dschungel-Fans, rum is es, das Drama elf verkrachter Insolvenzen, die nun trotz teilweiser Verfolgung durch den heimischen Kuckuck endlich wieder wissen, wie sie die nächste Zeit im Großstadt-Dschungel überleben sollen. Eigentlich ne feine Sache das Dschungelcamp: So ne Art VIP- Camp für Very Insolvent Persons. Was für Dramen sich da in der letzten Woche abspielten, da war mal wieder Fremdschämen aller erster Sahne angesagt. Alles eskalierte, nachdem Zuchtel-Zicke Sarah „Jetzt endlich mal die Wahrheit sagen wollte!“ An alle Freunde des neuvegetarischen Models: Sollte sie euch gegenüber jemals mit diesen Worten ein Gespräch beginnen, versucht sofort in die Nähe etwas, was auf –zepam endet zu gelangen, denn das wird’s definitiv brauchen. Doch ob die Anschuldigungen, die die Camp-Walpurga gegen den ach so schönen Jay machte nun auch stimmten, wird wohl für immer ein Dschungel-Geheimnis bleiben.
Doch egal was war, der Model-Eklat, der die Wolfsmeute zum gemeinsamen Rudel-Heulen anregte, klärte auch blitzschnell die Rangordnung im Rudel: Alpha Jay und Mathieu gegen Omega Peer. Und wie es sich für einen gut ausgestoßenen Omega gehörte, brachte genau das „Einsamer Wolf-Getue“ das männliche Blumen-Krönchen als Ersatz zum Zylinder. Och, der arme Peer, gugg mal, jetzt weint er. Super, das ist ein wahrer König und Held, taff, wie Spiderman nur ohne Spinnenbiss oder Superman auf Kryptonit. Er hält zu den Schwachen, stellt sich gegen die keifende Meute und ja, er weint. Er spricht mit seinem Plüschaffen, kann Seifenblasen machen und er weint. Er verliert seine Bezugsperson, ist isoliert und alleine fern der Heimat und er weint. Das ist es was die telefonierende Hausfrau sehen will: ein Mann, der seine Gefühle zeigt, der auf sein Herz hört. So ein ganz anderer Typ als ihr Günther, der mal wieder in einem unbeobachteten Moment in der Nase bohrt und aus nem Schmierer nen Roller macht. Da die Hausfrauenfraktion auch tatsächlich anruft, ist die Emo-Schiene schon mal die halbe Miete für den neuen Dschungelkönig.
Dass Emotionen wichtig für’s königliche Geschäft sind, muss auch Gay-Jays Ohren nicht entgangen sein. Also, raus mit dem Lappen und mal feucht bei Indira durchgewischt. Hm, der nicht-schwule Steven Spielberg des Dschungel-Komödienstadels hatte in seinem lappenakrobatischen Kuss mit Indira in etwa genauso viel knisternde Erotik versprüht, wie ein aufgeplatzter, vereiterter Pickel. Wahrscheinlich ist er deshalb in der Hotellobby zusammengebrochen: Indira wollte ihn zur Begrüßung noch einmal küssen, was allerdings nicht im Drehbuch vorgesehen war. Tja, da bekommt der Begriff „Stand-up Comedian“ ne eigentümliche Bedeutung, wenn Jay ihn so wörtlich nimmt.
Schade, dass das Reunion-Treffen im Baumhaus nicht gleichzeitig zur Verleihung vom Dschungel-Oscar genutzt wurde. Die goldene Himbeere für den größten Loser wäre wohl an unseren Dschungel-Spielberg gegangen, der mit seinen Regieanweisungen dem Wort Liebesgeflüster einen solch bitteren Beigeschmack gegeben hat. Ich hoffe mal, dass seine Gespielin nicht in das Drehbuch eingewiesen war, sie aber dennoch erkennt, in welch schlechtem Film sie die weibliche Hauptrolle übernommen hatte.
Als Dritter verließ Goldfisch Thomas das Ekel-Camp nicht, bevor er noch schnell durch seine letzte Dschungelprüfung hetzte, in der er durch 5 verschiedene Glaskammern robbte und zum Schluss aussah, wie Bibo aus der Sesamstraße. Thomas, der seinen Buddy Jay mit Tränen in den Augen verabschiedete. Noch einer der weint, super. Aber nur kurz, hm das reicht zwar für’s Treppchen aber auch wieder nur für Platz Drei! Bronze in Sidney und Bronze im Dschungel, mehr hat Australien nicht für ihn im Koffer, denn alles in allem ist der Ex-Schwimmer zu nichtssagend. Aber dafür ist er wahnsinnig nett. Und wenn eine Frau meint, ein Typ ist nett, versetzt sie ihm den Dolchstoß, denn „nett“ ist die kleine Schwester von Arschloch. Der Zweite, und somit Prinz der diesjährigen Dschungelstaffel war Prinz Katy. Boah, vergorenes Ei, heilige Scheiße bin ich froh, dass wir noch kein Geruchsfernsehen haben. Was sie da versuchte in sich hineinzustopfen war grün, braun und sah so widerlich aus, wie Jay Khan küsst.
Doch der Phönix des Dschungels, der sich aus der Privatinsolvenz mit Hilfe von Hirschpenis und Sandwürmern freifraß dachte sich, lieber einmal echte Scheiße fressen als ein Leben lang nur noch Hartzer 4! Um ihrem Ziel näher zu kommen, brachte die Camp-Schamanin wirklich vollen Einsatz. Ein Glück, dass sie nicht auch noch irgendwelche Hühnerfüße oder Hasenpfoten um sich drappierte, Blut trank oder in Strohpuppen Nadeln steckte.
Rainer Langhans, der sich dem Tod an die Verse heften und mit ihm auf Du und Du gehen wollte, nervte nicht nur den Gevatter mit seiner regungslosen Schockstarre und unbeschreiblichen Aufdringlichkeit. Doch der Silberrücken, der selbst den Sensenmann in die meditativen Knie zwingen kann, war im anschließenden Treffen im Baumhaus not amused über die Berichterstattung des Dschungelsenders. So wurde er doch nur beim Verrichten niederer Instinkte wie Schlafen und Meditation gezeigt, was der Alt-Kommunarde schon als etwas beleidigend empfand.
Der falsche Zwanziger, Mathieu, begann das Wiedersehen in der Runde mit einer ausführlichen Entschuldigung an seinen Exfreund King-Peer, der mit „Schlamm drüber!“ sein wahres königliches Geblüt nicht länger verheimlichen konnte und dem Scha(r)frichter die Absolution erteilte. Den Sarah Knappik- Gedächtniskniefall verzieh er ihm fast den Bruderkuss wohl nie.
Doch die Eier, die Jay fehlten, hatte Königspusherin Sarah. Während der Amateur-Regisseur das Krankenhaus dem Baumhaus vorzog, stellte sich die blonde Zumutung im „Baumhaus der Wahrheiten“ den Fragen und Kommentaren von Missie und Dickie und fand ganz Sarah-like selbstverständlich entschuldigende Worte für ihr teilweise unentschuldbares Verhalten. Ich hoffe für die blonde Gettofaust, dass Odenwälder Füße doch irgendwann in Pariser Schuhe reinpassen mögen. Es wäre nämlich sehr schade, wenn in einem hübschen Gefäß leider nur Platz für das Gehirn einer unsozialisierten Amöbe wäre.
In diesem Sinne: Lang lebe der König, möge seine unscheinbare Art nicht zu schnell in Vergessenheit geraten. Lang lebe die Liebe, möge Jay sie irgendwann an irgendeinem Ufer finden und lang lebe der Suff, der Sarah zu innerer Schönheit verhilft.

Eure nuvola

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