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BBfun-Staffelrückblick – Oma Anne

Oma Annes Aufenthalt bei Big Brother 10

Ein absolutes Novum in der Geschichte der deutschen Big Brother-Staffeln war der Einzug von Anne am 7. Juni: Mit ihren 65 Jahren ist die Hobbymalerin aus Lindlar bei Köln die älteste Kandidatin, die bislang an diesem Projekt teilnahm. Mit großem Hallo wurde Anne bei ihrem Einzug direkt im Anschluss an eine Liveshow begrüßt, wobei auch ihre Gastgeschenke (Zigaretten und Alkohol) im Haus äußerst willkommen waren. Um sie von ihrer Namensvetterin, die in dieser Staffel bereits das Haus verlassen hatte, zu unterscheiden, wurde sie schnell vom Großen Bruder und auch manchen Bewohnern zärtlich-schelmsich „Oma Anne“ getauft, auch wenn sie im „wahren Leben“ es noch nicht zum Großmutter-Status gebracht hat.
Diesem Kosenamen mag es geschuldet sein, dass viele mit Annes Einzug große Hoffnungen verknüpften: Endlich jemand mit Lebenserfahrung, der im Haus mal für Ordnung sorgt und auch eine Schulter zum Anlehnen bieten kann – schienen doch bislang viele der jüngeren Bewohner ihre Eltern und Großeltern stark zu vermissen und auch mit den Tücken des Haushalts manches Mal überfordert zu sein. So konnte Anne auch gleich bei ihrer ersten Wochenaufgabe ihre Kreativität und ihr handwerkliches Geschick einfließen lassen: Es galt, ganz im Zeichen der Fussball-WM eine 130 Quadratmeter große Deutschlandfahne zu nähen. Mit viel Geduld und Elan machte sich die Haus-Omi an die Arbeit und behielt dabei ihre jungen Mitbewohner stets gut im Auge, sodass diese Wochenaufgabe ein voller Erfolg für die Fernseh-WG wurde. Auch in anderen Wochenaufgaben konnte Anne ihr künstlerisches Talent zum Ausdruck bringen, so vor allem in der bei allen Bewohnern sehr beliebten Bodypainting-Aufgabe, bei der sich die Bewohner quasi in lebende Flaggen der teilnehmenden Länder verwandeln durften und Anne mit viel Liebe zum Detail kleine Kunstwerke auf die Kandidatenkörper zauberte. Man merkte ihr an, wie sie bei dieser Aufgabe aufblühte und in ihrem Element war, vermisste die lebensfrohe VHS-Dozentin das Malen doch stark. Der Große Bruder gab ihr deshalb auch die Möglichkeit, ihrer Leidenschaft zu frönen, indem sie jeweils ein persönliches Erlebnis von Marc und Natascha auf die Leinwand bannen durfte. Es entstanden zwei beeindruckende Bilder, zum einen von Marc mit seiner kleinen Nichte, zum anderen von einem abenteuerlichen Reiseerlebnis Nataschas.
Auch in der Whitebox und bei einem Luxusgüter-Match durfte sich die rüstige Rentnerin beweisen: Leider hatte sie in der magischen Box nicht soviel Glück und sorgte beim Vervollständigen von zuvor gezeigten Linien dafür, dass mehrere Bewohner ihre persönlichen Habseligkeiten abgeben mussten. Dies traf vor allem die schon lange im Haus lebenden Jenny und Klaus hart. Bei einem angeblichen Ekel-Match hatte sie jedoch mehr Erfolg: Während sie per Drehstuhl durch Kästen mit künstlichen Spinnweben, Spaghetti, Strohhalmen und anderen Harmlosigkeiten rutschte, konnte sie mit ihrer scharfen Zunge drei Schlüssel für die darbenden WGler erschnappen.
Bei einem weiteren Luxusgüter-Match musste Anne glücklicherweise nicht selber an den Start, sondern durfte einen Helfer benennen und schickte damit Klaus in Pumps auf mehrere in zehn Metern Höhe angebrachte Laufstege, welche dieser letztendlich mit vier gewonnenen Schlüsseln meisterte.
Als Big Brother den Bewohnern das Angebot machte, einen Song professionell aufzunehmen und auf einer CD herausbringen zu lassen, wurde schnell klar, dass Anne hierin eine neue Leidenschaft entdeckte. Mit dem Hildegard-Knef-Titel „Für mich soll’s rote Rosen regnen“ konnte sich Anne sofort identifizieren und verliebte sich nach eigenem Bekunden geradezu in ihre Stimme. Diese Liebe zur Musik wurde auch des Öfteren bei den morgendlichen Wecksongs deutlich, bei welchen Anne häufiger rhythmische Tanzeinlagen im Liegen darbot. Nur einmal ließ sie ihre musikalische Ader im stich: Bei der Wochenaufgabe „Gitarrensoli erkennen“ kam es zu einem Totalausfall ihrer Gehörnerven und sie erkannte keines der drei vorgegebenen Soli richtig. Trotzdem bestanden die Aushilfs-Rocker ihre Wochenaufgabe und Anne konnte sich wieder dem angenehmen Klang ihrer eigenen Stimme widmen.
Dies tat die nie um eine Antwort verlegenen Blondine vorwiegend in mannigfaltigen Bewohner-Analysen (in Fachkreisen auch „Lästerei“ genannt), bei denen es ihr gelang, mehrfach die Fronten zu wechseln und so ziemlich jeden bis auf Erwin haarklein aufs Korn zu nehmen. Doch zu diesem kleinen Laster konnte Anne immer genauso offen stehen wie zu ihren kleinen Pölsterchen, die bei einem professionellen Fotoshooting, welches sich die Bewohnerinnen durch fleißiges Schrubben des Pools erarbeitet hatten, geschickt in Szene gesetzt wurden. Man kann schließlich auch mit 65 noch durchaus verführerisch aussehen! Dieser Leitgedanke brachte die durch ihren extravaganten Kleidungsstil auffallende Anne vermutlich auf die Idee, Mitbewohner Klaus an seinem Geburtstag als lebendes Erdbeertörtchen zu überraschen. Mit viel Sahne und Erdbeeren verziert, gab sie sich der geschickten Zunge des frauenfixierten Reutlingers hin und brachte dabei vor allem durch ihr Lachen bereits so manches Beerchen zum Absturz.
Mit dieser und anderen Aktionen zeigte Anne uns Zuschauern gerne ihren Sinn für Humor und scheute sich auch nicht davor, sich selbst ein bisschen auf die Schippe zu nehmen. Nicht viele Menschen geben schließlich offen zu, beim Eisblock-Wettschmelz-Match eine kleine Natursekt-Party gefeiert zu haben!
Als Naturliebhaberin kümmerte sich Anne immer gerne um den Garten und ließ auch dem hauseigenen Gefieder gerne mal ein Extra-Leckerli in Form von Gras zukommen. Dabei vergaß sie jedoch nie ihre Mitkandidaten und schmuggelte auch schon mal Eier oder Äpfel in die hungrigen Münder, was manchmal auch zu gehörigem Stress führte. Als Mitglied der Klaus-Combo stritt sie sich naturgemäß häufiger mit Timo, Katrin, Jenny und Natascha, auch Manuela fand nach anfänglicher Nähe bald keine Gnade mehr vor ihren gestrengen Augen. In Marc und Klaus fand Anne jedoch geduldige und zuverlässige Verbündete, denen sie offen ihr Herz ausschütten konnte.
Anne hat mit ihrer Zeit im BB-Haus bewiesen, dass dieses Projekt nicht nur etwas für junge Leute ist. Auch wenn der Generationenkonflikt selbst vor dem BB-Haus nicht halt macht, so hat Anne im Haus doch durchaus für Furore und eine interessante Zeit gesorgt.

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