nuvolas TV-Kolumne

nuvolas Kolumne: Dokutainments im Molloch menschlicher Fehlbarkeiten

In nuvolas TV-Kolumne geht es in dieser Woche nicht nur ums nackte Überleben, sondern auch um die Abartigkeiten von Mensch und Gesellschaft - zusammengefasst in gewohnt bissiger Manier. Außerdem gibt's eine brandheiße News obendrauf!

Endlich ist der Frühling in Deutschland eingekehrt, das Wetter passt, die Eisdielen füllen sich und die Hüllen fallen langsam. Gut, die Uhren wurden um eine Stunde und die Waage allem Anschein nach ebenfalls um einige Kilo vorgestellt. Wikileaks weiß da sicher mehr. Heißt aber, ich habe jetzt zu allem Elend auch noch eine Stunde weniger Zeit, um meine Traumfigur zu erreichen. Danke auch, wie soll das denn jetzt überhaupt noch klappen, hm? Immer kriegt man Steine in den Weg gelegt! Dieser Uhrumstellquatsch geht mir eh so was von auf die Murmel! Man, man, man, abends, wenn ich ins Bett soll, bin ich noch gar nicht richtig müde und morgens schaffe ich es nicht pünktlich aus den Federn. Obwohl, bleibt mehr Zeit zum Fernsehen, auch nicht übel.

Das nackte Überleben – wie wenig ist genug?

Wie wenig genug ist? DAS ist eindeutig genug! Denn noch weniger Format geht beim besten Willen nicht. Ehrlich? Ich habe mir ja bekanntlich schon viel Schei* in der deutschen TV-Landschaft angesehen aber das „Experiment“ von Sat.1 ist definitiv der mit Abstand größte Mist, den ich seit langem gesehen habe. Man, man, man, wenn es mir einmal schwer fällt, mich durch eine Sendung zu beißen, dann ist echt landunter. Da tun Leute doch für Geld wirklich alles: Lassen sich den kompletten Hausstand ausräumen, bis sie letztendlich nix mehr anhaben, außer das Licht in ihrer Wohnung. Zu Beginn Pimmel-TV mal anders und Mädels, ihr wisst ganz genau, was ich meine, wenn ich sage, die Dinger sehen einfach nicht hübsch aus, wenn sie nicht stehen… Die Namen der Versuchskaninchen braucht man sich nicht merken, die will eh keiner wissen. Nur eins würde mich noch interessieren: Was wäre eigentlich gewesen, wenn den Flitzern im Rahmen ihres Experiments plötzlich Kinder vor die Füße gelaufen wären?

Stell dich deiner Sucht

Allem Anschein nach scheinen den Machern auf dem Weg zu neuen Formaten zunehmend die Ideen auszugehen. Deshalb werden moralische Grenzen einfach mal schnell neu gesteckt. So können wir in aktuellen Dokutainments ohne schlechtes Gewissen im Molloch menschlicher Fehlbarkeiten und Dummheit wühlen. Da wundert es, dass bislang nur die Holländer auf die Idee kamen, suchtkranke Menschen auf dem schlimmen Weg aus ihrer Sucht zu beobachten. Jetzt zeigte uns Sat.1 in 60 Minuten seine Adaptation des niederländischen Erfolgsformats. Gezeigt wurde der Ausstieg und erneuten Absturz in die Sucht des alkoholabhängigen Marcus. Medizinmann Joe und eine Familienberaterin scheiterten jedoch in ihrem Projekt „Legt Marcus trocken“, versprachen uns aber „dran“ zu bleiben. Quote mit Suchtkranken, Respekt, sind wir schon so weit! Mutmach-TV, in dem Hilfe aus der Sucht geboten wird, so lautet zumindest der moralische Deckmantel, der die Fernsehzuschauer nicht wie Gaffer an der Unfallstelle darstellen soll.

Goodbye Deutschland

Wisst ihr, was ich mich frage? Wo zum Geier findet man solche naivblöde Dumpfhörner, die ohne Masterplan und Mastercard in einem Land, dessen Sprache sie nicht sprechen, ein neues Leben aufbauen möchten? Das sind doch Fake-Menschen oder? Gerade diese Woche wanderte ein Checker samt Bruder nach Jamaica aus, um dort ein Hostel zu eröffnen. So weit, so gut. Doch jetzt kommt’s: Das Hostel befand sich genau in der entgegengesetzten Richtung zu der Tourismusseite von Jamaica. Ca. 1% Touristen steuerten diesen Ort an… Es ging aber noch weiter. Das Hostel war nur bergauf über eine extrem unwegsame, nicht eingefriedete Buckelpiste (oder was dem Begriff Straße im tiefen Dschungel am nächsten kam) zu erreichen, sitzend im Auto war das allerdings selbst den ausgewanderten Backpackern ohne Bandscheibenvorfall nicht möglich, weshalb sie sich die letzte halbe Stunde stehend auf dem Jeep vorankämpften. Wie Touristen das Hostel erreichen sollten? Keine Ahnung, haben sie sich zwar gefragt, war aber anscheinend nicht das Problem. Ging noch weiter. Das Hostel war in einem so maroden und sanierungsbedürftigen Zustand, dass sich die geplante Renovierungszeit von drei Wochen nur durch bewusstseinsverändernde Medikamente erklären ließ. Yo man!

Die Sonne ruft, das Wochenende und der neue Monat stehen vor der Tür und endlich wurden unsere Gebete erhört: Haltet euch fest:

Big Brother geht in die nächste Runde, denn wie ich soeben erfahren habe, plant Servuz TV eine neue Staffel Big Brother! Back to the roots, 15 Wochen, 15 Normalos! Die Castings laufen, starten soll das Ganze am 1.4.2018! Gutes Datum! Details gibt’s hier…

Wenn das keine super Neuigkeiten sind, dann weiß ich auch nicht.

In diesem Sinne, bleibt mir treu und BBfun!

Knutscha,

eure nuvola

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