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Die letzten Staffeln wurden – sprechen wir es ruhig mal aus – regelrecht in die Tonne geklopft durch mieses Casting, gähnende Langeweile, Möchtegern-Promis. Die Staffel wurde uns einfach hingeklatscht und wir sollten schlucken. Taten die Zuschauer aber nicht – sie schalteten ab oder machten ihrem Ärger Luft. Das Ende vom Lied: Big Brother wurde an SAT.1 weitergereicht, weil RTL II zwischenzeitlich eine Alternative fand, die kostengünstiger zu produzieren ist.
Ist SAT.1 eine neue Chance oder die Begleitung auf den Friedhof für Big Brother?
Man spricht es ungern aus, doch es schwebt ein Damoklesschwert über dem großen Bruder. SAT.1 experimentiert und experimentiert vor sich hin. Format für Format wird ausprobiert und stimmen die Quoten nicht, schneller wieder aus dem Programm geschmissen als die Programmzeitungen ihre Magazine drucken können.
Was ist da los bei SAT.1? „Messer, Gabel, Herz“ ist schon die vierte Sendung innerhalb von zehn Tagen, deren Absetzung SAT.1 beschlossen hat. Zuvor wurde schon das Aus für die Kuppelshow „Tierisch verliebt“ von Sonja Kraus, sowie für die Vorabend-Ermittler-Dokus „K11“ und „Niedrig & Kuhnt“ verkündet. Der Sender strebt Einschaltquoten im zweistelligen Bereich an und funktioniert das nicht quasi auf Anhieb – und tschüss, der nächste Versuch mit der nächsten Sendung. Auch werden aus dem Archiv irgendwelche bereits abgesetzten, damals gut laufenden Sendungen gezerrt und damit die entstehenden Überganszeiten gestopft. Man gibt den Sendungen keine Chance sich zu entwickeln, womit wir beim Thema wären.
Was bedeutet die Experimentierfreudigkeit für Big Brother, anfänglich als Promi Big Brother?
Doch auch die schlechte und nicht für uns auszudenkende Variante wollen wir nicht vorenhalten. Läuft Promi Big Brother nicht, dann könnte SAT.1 der endgültige Friedhof für unseren Bruder werden. Wenig pompös bestattet, ersetzt ohne Tränen und ohne Reue von kompromisslosen und ungeduldigen Programmmachern. Schwer vorstellbar, dass dann noch ein Sender auf den in letzter Zeit bereits totgesagten alten Herrn der Fernsehlandschaft zurückgreifen würde. Vielleicht noch ein Nischensender, ein Sender aus dem Pay-TV oder auch ein Sender, den eh keiner freiwillig auf die Programmierliste setzt. Adé, großer Bruder?
Wollen wir nicht pessimistisch sein. Reservieren wir schon jetzt in unseren Familien den Sendeplatz für Promi Big Brother und schalten wir ein. Selbst wenn es nicht das ist, was wir uns wünschen – verschaffen wir unserem Bruder Einschaltquoten und hoffen wir weiter auf eine normale Staffel. Amen!



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