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Nach Drittanbieter-Urteil: RTL setzt Stern TV und Spiegel TV ab

Im Streit um die Programmplätze für Drittanbieter hat das Lüneburger Oberverwaltungsgericht nun entschieden, dass RTL keine Drittanbieter-Programme mehr ausstrahlen muss. RTL reagierte und nimmt Stern TV und Spiegel TV aus dem Programm.

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Bild: RTL

Dass Privatsender in Deutschland dazu verpflichtet sind, bestimmte Programme auszustrahlen, ist vielen TV-Zuschauern vermutlich gar nicht bewusst. Doch das kürzlich gefällte Drittanbieter-Urteil dürfte nun für einiges an Aufsehen sorgen. RTL nimmt nämlich Spiegel TV und Stern TV vorerst aus dem Programm. Dies bestätigte RTL-Sprecher Christian Körner gegenüber dem Medienmagazin DWDL.de.

Gericht entschied: RTL muss keine Drittanbieter-Programme ausstrahlen

Beide Sendungen werden auf einem Programmplatz für Drittanbieter ausgestrahlt und müssen nach einem aktuellen Urteil des Oberverwaltungsgerichts Lüneburg nicht mehr von RTL ausgestrahlt werden. Hintergrund ist, dass die Niedersächsische Landesmedienanstalt im vergangenen Jahr die Drittanbieterplätze im RTL-Programm an dctp und AZ Media TV vergab – trotz der Tatsache, dass Focus TV mit einem Eilantrag gegen die Vergabe vorging (und scheiterte), ordnete der Direktor der NLM den Vollzug der dctp-Zulassung an.

Wie die Richter in Lüneburg nun entschieden, hätte diesen Vollzug jedoch die Versammlung der Landesmedienanstalt anordnen müssen. Bis nun geklärt ist, ob die NLM-Versammlung wirklich wünscht, dass die Zulassung von dctp in Kraft tritt, muss RTL das Programm der Drittanbieter nicht ausstrahlen.

RTL protestiert gegen geblockte Programmfenster

Der Kölner Sender ist seit Jahren unzufrieden mit den bisherigen Regelungen – insbesondere Spiegel TV sorgt regelmäßig für Diskussionen. Der Sendeplatz am späten Sonntagabend verhindere einen vernünftigen Audience Flow und sorge somit für weniger Zuschauer als möglich seien. Wenig verwunderlich also, dass RTL die Gelegenheit nutzt und Spiegel TV aus dem Programm verbannt.

Überraschender hingegen ist die Entscheidung, auch Stern TV nicht mehr zu senden. Lediglich 30 Minuten der Sendezeit gehören zum Programmplatz des Drittanbieters. Den Rest der Sendung produzierte RTL eigenständig. Statt die Sendungsdauer nun einfach um 30 Minuten zu kürzen, lässt man die Sendung nun erstmals seit vielen Jahren einfach ausfallen.

RTL sendet Ersatzprogramm für Stern TV und Spiegel TV

Da Stern TV gewöhnlich gute Quoten für RTL bringt, ist davon auszugehen, dass man schlichtweg gegen die Programmfenster protestieren will. Der Film „Transporter – The Mission“ läuft an diesem Sonntag daher nicht erst um 23:10 Uhr, sondern um 22:00 Uhr – auf dem Sendeplatz von Spiegel TV. Statt Stern TV zeigt RTL eine Folge „Generation Luxus – Was kostet die Welt?“. Wie RTL mitteilte, werde man auch in der Folgewoche Ersatzprogramme ausstrahlen, sofern es noch nicht zu einer Entscheidung der NLM gekommen ist.

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