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ProSiebenSat.1 Axel Springer

© P7S1/Axel Springer

ProSiebenSat.1 und Axel Springer denken angeblich über Fusion nach

2005 wollte Axel Springer schon einmal die ProSiebenSat.1 Media AG übernehmen, zog sein Angebot nach Einschreiten des Kartellamts jedoch zurück. Nun sprechen beide Firmen offenbar erneut über eine Fusion.

Auf dem deutschen Medienmarkt könnte laut einem Bericht des „Wall Street Journals“ demnächst eine Elefantenhochzeit anstehen. Das Wirtschaftsblatt berichtet in seiner Dienstagsausgabe, dass die Axel Springer SE („Bild“, „Welt“) und ProSiebenSat.1 Media AG Gespräche über eine Fusion führen, die jedoch noch am Anfang stehen. Sollten sich die beiden Medienhäuser zu einer Verschmelzung ihrer Unternehmen durchringen und vom Kartellamt grünes Licht bekommen, würde es die neue Gesellschaft auf eine Marktkapitalisierung von 14,4 Milliarden Euro bringen.

Übernahme im Jahr 2005 schon einmal gescheitert

Doch einfach dürfte es nicht werden, eine Genehmigung für eine Fusion von ProSiebenSat.1 und Axel Springer zu bekommen, wie beide Unternehmen sehr gut wissen. 2005 wollte Springer den TV-Konzern für drei Milliarden Euro schon einmal übernehmen. Das Kartellamt und die Kommission zur Ermittlung der Konzentration im Medienbereich, kurz KEK, untersagten damals jedoch die Übernahme. Zum Jahresbeginn 2006 zog Springer sein Angebot schließlich zurück, beendet war das Thema damit aber noch nicht.

Axel Springer wehrte sich juristisch gegen die Entscheidung. Während eine Klage das Kartellamt im Jahr 2010 in letzter Instanz abgelehnt wurde, bekam der Verlag bei seiner Klage gegen die KEK-Entscheidung Recht. 2014 urteilte das Bundesverwaltungsgericht, dass die KEK fälschlicherweise davon ausgegangen ist, dass das Unternehmen durch die Übernahme eine vorherrschende Meinungsmacht erlangee. Entsprechend groß war die Freude bei Springer, auch wenn man dort nicht mehr an eine Komplett-Übernahme von ProSiebenSat.1 dachte. „Auch wenn die Übernahme selbst für uns heute nicht zur Debatte steht, so war uns doch wichtig, Rechtsklarheit zu gewinnen“, so Roland Pühler, Leiter Gesellschafts- und Kartellrecht bei Axel Springer. Ganz uninteressiert war man an den TV-Sendern von ProSiebenSat.1 jedoch nicht und übernahm schon im Dezember 2013 den Nachrichtensender N24. Über die Produktionsfirma Talpa Germany arbeiteten Axel Springer und ProSiebenSat.1 zudem immer erfolgreich bei einzelnen TV-Formaten zusammen. Springer kündigte jedoch kürzlich an, seinen Anteil an Talpa Germany an die niederländische Talpa Media zu verkaufen.

Das sagen die Firmen zu den Fusionsgesprächen

Und was sagen die beiden Unternehmen zu den Fusionsgerüchten? Während es ProSiebenSat.1 bislang bei einem „Kein Kommentar“ beließ, stellte man bei Axel Springer fest: „Auch wenn sich die Axel Springer SE zum Wahrheitsgehalt von Marktspekulationen grundsätzlich nicht äußert, gilt: Die Axel Springer SE arbeitet unverändert an der Umwandlung der Rechtsform des Unternehmens in eine KGaA mit dem Ziel, die Kontinuität der Kontrolle durch die Axel Springer Gesellschaft für Publizistik GmbH & Co./Friede Springer langfristig sicherzustellen und Wachstumsoptionen zu erschließen. Deswegen entbehren Spekulationen bezüglich der Abgabe dieser Kontrolle jeder Grundlage.“

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