Formel 1

Niki Lauda im Interview vor dem Finale in Abu Dhabi

Es wird spannend in diesem Jahr 2014. 17 Punkte trennen Lewis Hamilton von Nico Rosberg - allerdings gibt es im Finale doppelte Punktzahl. Niki Lauda über das große Saisonfinale im Interview...

Niki Lauda

Bild: (c) RTL

Am Wochenende ist es soweit. Das Finale in Abu Dhabi steht an und diesmal entscheidet sich im letzten Rennen, wer 2014 Weltmeister wird.

Im Duell um den WM-Titel in der Formel 1 zwischen den beiden Mercedes-Piloten Lewis Hamilton und Nico Rosberg liegt der Brite 17 Punkte vor dem Deutschen. Man würde ja jetzt sagen, bei so einem Vorsprung erübrigt sich die Frage, wer den Pokal mit nach Hause nehmen wird. Allerdings gibt es einen kleinen Haken – im letzten Rennen gibt es doppelte Punktzahl.

Am Mittwoch sprach der Sender mit seinem Experten Niki Lauda, der zugleich Teamaufsichtsrat bei Mercedes ist, über Chancen, Nerven und mögliche Strategien seiner Fahrer.

Niki Lauda über die Chancengleichheit der Formel 1-Piloten

„Toto Wolff, Technikchef Paddy Lowe und ich haben alles Menschen mögliche getan, um für beide Fahrer die gleichen Bedingungen zu schaffen, damit keine technischen Probleme das Rennen mitentscheiden können. Bei jedem Teil am Auto und am Motor wurden die Laufzeiten verkürzt. Überall, wo wir das durften, haben wir jüngere Bauteile eingebaut. Wenn es trotzdem einen technischen Defekt geben sollte, dann konnte man den im Vorfeld nicht verhindern.“

Niki Lauda über mögliche Teamansagen

„Wir müssen den Fahrern nichts sagen. Im Gegenteil: Das Beste ist, wenn wir uns nicht einmischen. Beide werden einen Unfall á la Spa zu verhindern versuchen, denn mit jeder aggressiven Attacke würden sich die beiden in diesem entscheidenden Rennen möglicherweise ja selbst hinaus katapultieren.“

Gibt es ein Konkurrenzverhalten der beiden Technik- und Mechanikteams von Hamilton und Rosberg untereinander?

„Nein, wir sind ein Rennteam. Natürlich stellen wir unseren beiden Fahrern das gleiche Auto mit gleichem Motor und Getriebe zur Verfügung. Die Technikteams, die die Fahrer beim Rennen unterstützen, versuchen dann nur egoistischem ihre Fahrer mit allen notwendigen Informationen zum Weltmeister zu machen.“

Niki Lauda

(Foto: Brasilien / Sao Paulo 2013) – © RTL / Lukas Gorys

Niki über den zukünftigen Weltmeister

„Für mich sind beide jetzt schon Weltmeister. Ich habe zwei Alphatiere auf höchstem Niveau, Spitzensportler, die absolut auf dem gleichen Niveau trainieren, Bestzeiten herausfahren und Rennen fahren können. Und von den beiden ist mal der eine und mal der andere besser, das ist aber ganz normal im Sport. Durch diese blöde Regelung der doppelten Punkte beim Saisonfinale kann man das Resultat jetzt noch verschieben, was ich sportlich nicht in Ordnung finde.“

Was sagt Niki Lauda zu möglichen Strategien mit Blick auf die zum Einsatz kommenden soften und supersoften Reifen?

„Ob es auf eine Zwei-, Drei- oder vielleicht sogar Vierstopp-Strategie hinauslaufen wird, kann man erst am Samstag sagen. Die Taktik von Nico ist einfach: er muss gewinnen. Mehr kann er nicht tun oder beeinflussen. Beide werden das gleiche machen, was sie immer machen. Nur der Druck ist größer. Beide werden versuchen, auf die Pole Position zu fahren und das Rennen zu gewinnen.“

Gibt es schon ein „Nervenflattern“?

„Nein, beide sind da nicht anfällig. Sie werden beide die gleiche Rennvorbereitung absolvieren wie immer. Der Druck beginnt in dem Moment, wo das Rennen losgeht. Erst dann, von der ersten bis zur letzten Runde, stehen die Entscheidungen an, die die beiden Fahrer treffen müssen, um ihren Teil zum WM-Gewinn zu erfüllen. Diese Entscheidungen müssen auf den Punkt genau logisch und richtig sein. Nur das zählt.“

Niki über die Rolle des Williams-Teams beim Finalrennen

„Die haben eine sehr gute Entwicklung gemacht und werden sicher versuchen, vorne mitzumischen. Das Rennen gewinnen werden wir sie nicht, weil Mercedes in Abu Dhabi schneller sein wird.“

RTL überträgt den Großen Preis von Abu Dhabi am Sonntag, 23. November 2014 live ab 12.45 Uhr (Rennen: 14.00 Uhr).

Das Rennen kann man auch per Livestream verfolgen.

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