Reality TV

Unfälle in Fernseh-Shows: Ist Reality-TV teilweise zu real?

Für viele Reality-TV-Shows gilt die Guinness-Maxime: höher, schneller, besser und dies möglichst derart spektakulär, dass es uns allen für immer erinnerlich bleibt. Hoffentlich nicht für immer werden die Folgen des Unfalls von Stephen Dürr (38) bleiben. Der Schauspieler war am Mittwoch beim Training zu Stefan Raabs „TV-Total-Turmspringen“ (Ausstrahlung am 24. November) bei einem Kopfsprung vom Drei-Meter-Brett verunfallt.

Vermutlich hielt er beim letzten von vorausgegangenen 50 Sprüngen nicht mehr genügend Körperspannung, war übermüdet oder ungenügend konzentriert. Anstatt mit den Händen prallte er mit der Stirn auf die Wasseroberfläche, sein Kopf wurde in den Nacken gerissen und durch die erhebliche Überstreckung der Halswirbelsäule kam es zu Ausfallerscheinungen in beiden Armen. Er wurde zunächst auf der Intensivstation behandelt, ins künstliche Koma versetzt. Am gestrigen Samstag zeigte er sich Bild.de gegenüber schon wieder lächelnd und optimistisch. Allerdings bestehen die beidseitigen Armlähmungen noch immer. Den Verlautbarungen der Ärzte nach zu urteilen, ist das Rückenmark zwar geprellt, nicht aber beschädigt und man hofft, nach Abschwellung, auf baldige und vor allem komplette Regeneration.

Ähnlich verlief der Unfall bei „Wetten, dass…?“ im Dezember 2010, bei dem Samuel Koch irreversible Schäden erlitt. Ein Sprung über fahrende Autos mit Sprungfedern an den Füßen verletzte ihn beim Aufprall so schwer, dass er ein Leben lang an den Rollstuhl gebunden sein wird. Thomas Gottschalk beendete infolge des Unfalls die Moderation der beliebten Familien-Show.

In der neuen Show Daniel Hartwichs – „Bodyguard – Beschütze deinen Star“ – kam es Ende Oktober ebenfalls zu einem schweren Unfall. Während eines Spiels verlor einer der Kandidaten das Bewusstsein. Das Krankenhaus konnte er aber bereits wieder verlassen. Ob seine Ohnmacht durch einen Fall auf den Kopf oder einen akuten Schwächeanfall ausgelöst wurde, ist noch ungeklärt – der Vorfall dürfte aber erneut eine Diskussion um immer riskantere TV-Shows ins Rollen bringen.

Es gibt zwar eine Auflistung von Verletzungen bei Stefan Raabs Shows, doch wie gefährlich ist es tatsächlich und was wollen die Zuschauer sehen bzw. nicht sehen? Häufig heißt es, die Zuschauer „von heute“ seien voyeuristisch und verroht, spekulierten auf Pleiten, Pech und Pannen während der live ausgestrahlten Sendungen. Aber: Stimmt das wirklich? Die Fernsehanstalten werden sich, ebenso wie die Kandidaten von Reality-Formaten, über die Gefahren vergewissert haben und meinen, sie einschätzen zu können. Versicherungen werden das Notwendige an Sicherheit fordern, sodass keine willkürliche Live-Dramaturgie über den Bildschirm flimmert.

Erinnert sei noch an die Sendung „Stars in der Manege„, in der der Clown sicher die ungefährlichste „Rolle“ spielte. Was aber ist mit den Stars, die in die „Fußstapfen“ von Dompteuren schlüpften und sich Tigern, Löwen und anderen Fleischfressern gegenüber sahen? Die kleineren Blessuren sind längst vergessen! Wir hoffen, auch Stephen Dürr kann seine Unfallfolgen bald abhaken und dem Raab-Event als gesunder Zuschauer beiwohnen.

Was meint Ihr? Sollten Sendungen mit erhöhtem Unfallrisiko nicht mehr live gezeigt oder gar unterlassen werden und wie steht es mit den sportlichen Aktivitäten bei Matches bei Big Brother oder den Prüfungen der Dschungelcamp-Teilnehmern?

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