Reality TV

Reality-TV: Unfall, Tod, Selbstmord – bietet BB & Co zu viel Reality?

Reality-TV. Zweifaches Todesdrama während der Dreharbeiten zu „Koh Lanta“. Das Format ähnelt dem „Dschungelcamp“, „Survivor“, „Gestrandet“ oder „Das Inselduell“. Könnte dies auch bei Big Brother geschehen? Natürlich könnte es das. Challenges auf dem Matchfield sind äußerst beliebt bei Bewohnern und insbesondere auch bei uns Zuschauern, sportliche Anforderungen und Ehrgeiz bieten viel Potenzial, sind aber durchaus nicht immer ungefährlich.

Aber wie viel „Reality“ wünschen wir uns bei Big Brother oder vorerst auch nur bei Celebrity Big Brother? Was wollen wir sehen, was besser nicht? Ein „entweder – oder“ scheint es nicht zu geben. Wir hatten in den vergangenen BB-Staffeln zwar keine größeren Un- oder auch nur Ausfälle zu beklagen, jedoch erinnern wir uns an andere Unfälle im Reality-TV. An Samuel Koch („Wetten, dass…?“) oder Stephen Dürr (TV-Total-Turmspringen), sie verunfallten bei den entsprechenden Dreharbeiten. Eine Sendung wechselte daraufhin den Moderator, ein Teilnehmer wird niemals mehr laufen können, lediglich Stephen Dürr kam mit kurzzeitiger Wirbelsäulenläsion davon.

Reality-TV, Samuel Koch, Stephan DürrNun aber passierte bei den oben genannten Dreharbeiten zur französischen Dschungelcamp-Version „Koh-Lanta“ Schlimmeres. Es starben in den letzten Wochen zwei Menschen. Wie die Produktionsfirma ALP mitteilte, war ein Teilnehmer in Kambodscha einem Herzinfarkt erlegen und nun nahm sich auch noch der verantwortliche Arzt des Fernsehteams – Thierry Costa – am Montag das Leben. Wie konnte das geschehen? In der Show „Koh Lanta“ treten Kandidaten in abenteuerlichen Aufgaben gegeneinander an, müssen Risikofreude, Mut und Ausdauer beweisen.

Auch der 25-jährige Gérald Babin machte mit. Laut dem Sender habe er plötzlich während dieses ersten Drehtages über brennende Schmerzen in seinen Armen geklagt und habe unter Krampfanfällen gelitten. Daraufhin kam es zu einem Herzstillstand und er verstarb am 22. März. Sein Leichnam wurde am vergangenen Freitag in Frankreich untersucht. Untersuchungsergebnis: er hätte vermutlich noch leben können, wäre ihm „rechtzeitig“ Hilfe zuteilgeworden. Nach Angaben von ALP nahm der Arzt Costa jedoch zeitnah Erste-Hilfe-Maßnahmen vor und der Patient sei dann umgehend mit einem Helikopter, der für solche Notfälle bereitsteht, in das nächstgelegene Krankenhaus in die kambodschanische Hauptstadt Phnom Phen geflogen worden. Doch bereits auf dem Weg dorthin habe sein Herz erneut mehrfach aufgehört zu schlagen. Die Produktionsfirma gab zusätzlich an, dass der Kandidat auch den notwendigen Gesundheitscheck vor Beginn der Dreharbeiten ohne Einschränkung bestanden habe.

Reality-TV, Koh LantaNun also will die französische Staatsanwaltschaft wegen fahrlässiger Tötung ermitteln. Der 38-jährige Arzt des Teams fühlte sich durch die daraufhin weltweit ausgelöste Medien-Kampagne „in den Schmutz gezogen“ und nahm sich das Leben. In einem Abschiedsbrief nannte der Arzt dies als Beweggrund für seine Selbsttötung. Nach dem tragischen Vorfall kündigte TF1 an, dass alle Drehtermine der Saison 2013 annulliert würden; alle Kandidaten traten die Heimreise an. Ob die erfolgreiche Serie nach Babins Tod überhaupt fortgesetzt wird, ist unklar.

Sicher wäre ein Tod durch plötzliches Organversagen niemals und nirgends völlig ausgeschlossen, dennoch sollten wir vielleicht einige unserer Ansprüche an die Reality-Shows grundlegend überdenken.

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