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Reality-TV – „Die Kamera auf Promis zu halten, reicht nicht“

Zum Thema Reality-TV führte DWDL ein Interview mit Renè Jamm von Eyeworks. Er sagt: "Die Kamera auf Promis zu halten, reicht nicht". Was er von der diesjährigen Promischwemme hält, warum das Genre erst so spät nach Deutschland geschwappt ist und welche Chance das Ganze in Deutschland hat - er hat es beantwortet.

Reality-TV ist auf dem Vormarsch. Diesen Sommer werden die Zuschauer geradezu überrollt von Trash-Formaten wie „Wild Girls – Auf High Heels durch Afrika“, „Reality Queens am Kilimandscharo“ und natürlich Promi Big Brother, allgemeinen Promiwanderungen durch die Welt. Oliva Jones „radelt“ mit ihrer Promischar durch Italien usw. usf. Warum erst jetzt, warum in dieser Masse und warum funktioniert das anscheinend? DWDL hat René Jamm von Eyeworks interviewt. Die Produktinsfirma Eyeworks gehört gehört zu den Aufsteigern der vergangenen TV-Saison.

René Jamm - Eyworks - Pressebild - Reality-TV

Warum erlebt Deutschland plötzlich einen Reality-Boom?

René Jamm hält den Boom in Deutschland sogar für ziemlich spät. In anderen Ländern hätten sich diese Formate längst bewährt, beispielsweise in Holland, in England und auch in Amerika. Für die Sender sei das prima, es seien formatierte Sendungen. „Es ist ja nicht so, dass die reifen Früchte schon an den Bäumen hängen und nur noch gepflückt werden müssten. Deswegen experimentiert man – und entdeckt dabei ein Genre neu, das anderswo schon lange viel größer ist als bei uns.“

Warum ist Reality-TV für deutsche Zuschauer geradezu ein Reizwort?

Jamm meint, dass sich die Zuschauer und die Medienschaffenden viel mehr Gedanken machen als die Zuschauer selbst. Sie entscheiden einfach, ob es ihnen gefällt oder eben nicht. Deutschland sei spät dran, andere Fernsehmärkte hätten da eine längst ausgeprägtere Reality-TV-Landschaft. Beispielsweise die Amerikaner mit all ihren Reality- bzw. Celebrity-Dokusoaps? Ein eindeutiges Ja von René Jamm: „Ein klarer Vorteil der Amerikaner ist ihr wahnsinnig gutes Marketing-Gespür. Gerade die Reality-Stars betreiben eine sehr intensive Form des Eigenmarketings, was es den Produzenten und Sendern natürlich einfacher macht. Da arbeitet man mit Menschen, die wissen um was es geht; die nicht vorgeführt werden.“

Wie sieht es mit der Experimentierfreude der großen Sender aus?

„Lust auf Neues haben viele Sender, aber bei den großen Sendern startet man gleich mit einem Erwartungsdruck. Da haben kreative Formate meist gar nicht die Zeit sich zu entwickeln.“, sagt Jamm.

Gibt es Trends im Reality-TV? Welche Wege gehen die Sender?

Herr Jamm macht diese Frage an einem Beispiel fest: „Realtiy Queens am Kilimandscharo“. Er denkt: „Da geht es nicht um das große Drama und die inszenierte Aufregung, sondern um die unterhaltsame Begleitung von Protagonisten mit der Kamera. Das ist lustig. Mehr nicht. Aber das ist schon die schwerste Disziplin im Fernsehen. Und dann glaube ich, ganz losgelöst davon, dass wir noch einmal einen neuen Schub an Reality-Formaten mit wirklicher Relevanz sehen werden. Also Dokusoaps mit positivem Effekt für die, die mitmachen.“

Dass die Sender, speziell SAT.1, zur Zeit sehr experimentierfreudig sind, haben wir schon alle mitbekommen. Einerseits können wir dankbar dafür sein, bringt es uns Big Brother ein Stück näher, andererseits verfolgen wir das Ganze auch mit einem ängstlichen Auge. Sollte Promi Big Brother nicht erfolgreich sein, dann könnte es relativ schnell passieren, dass wir uns von unserem Lieblingsformat eventuell für immer verabschieden müssen. Also, einschalten – durchhalten – zuversichtlich sein, vielleicht bekommen wir die Belohnung schon bald. Wir bleiben dran.

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