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„Berlin – Tag & Nacht“, „Köln 50667“ – Pro und Kontra

"Berlin – Tag & Nacht" und dessen Ableger "Köln 50667" aus dem Hause "filmpool", beide sind Quotenhits von RTL II und lässt die Senderchefs über eine dritte WG-Gründung nachdenken. Wie mögen die Zuschauer über die Ausweitung dieses Serienkosmos und eventuellen Immobilienzuwachs denken? Werden sie auch noch ein drittes Format akzeptieren?

Sollte auf „Berlin – Tag und Nacht“ und „Köln 50667“ eine dritte TV-WG folgen?

Die Senderchefs und die Geschäftsleitung der Produktionsfirma „filmpool“ befinden sich momentan in einem gewissen Erfolgsrausch. Bestätigt durch Einschaltquoten lassen sie sich von dem Zauberwort „Kurzfristige Gewinnmaximierung“ leiten und überhören geflissentlich die mahnenden Worte der Hüter des guten Geschmacks, die den Formaten kein gutes Zeugnis ausstellen: „Billig produzierte, lieblos geschriebene und hölzern gespielte Auswüchse des televisionären Unterhaltungsprogramms“ – so meinen diese und vermissen „qualitativ hochwertiges Fernsehen, das den Zuschauer ernst nimmt und ihm mit Esprit sowie Selbstanspruch Kurzweil verschafft.“ Dieser Aussage ist kaum etwas hinzuzufügen, aber sie wird keinerlei Einfluss darauf haben, ob es noch mehr Formate im Stil von „Berlin – Tag & Nacht“ und „Köln 50667“ auf RTL II zu sehen gibt. Wer also eine langfristige, respektvolle Beziehung zu den Zuschauern erwartet, muss den wirtschaftlich geleiteten Argumenten der Senderchefs weichen.

„Berlin – Tag & Nacht“ und „Köln 50667“ auf Facebook millionenfach „geliked“

1-koeln-50667-gruppe-detailZielgruppe für die Soap aus der Bundeshauptstadt sind die 14- bis 49-Jährigen und diese sind für die Werbewirtschaft besonders wichtig. Mit 13,9 Prozent Marktanteil schlugen sie im Juni zu Buche, der Kölner Ableger konnte mit seiner Rekordfolge vom 12. Juni sogar 14,3 Prozent verzeichnen. Mehr als 2,68 Millionen Menschen gaben den chaotischen Protagonisten aus Berlin bei Facebook mit einem „Gefällt mir“ ihren Segen, „Köln 50667“ folgt immerhin mit 800.000 „Daumen hoch“ und bestätigt dem Sender, dass ein aufmerksames und diskussionswütiges Publikum gegeben ist.

Welcher Sendeplatz böte sich an und mit welcher Art von Bewohnern?

„filmpool“ hat noch lange nicht alle Möglichkeiten ausgeschöpft, um sämtliche Zuschauergruppen einzubeziehen. Die in Bars spielende Köln-Soap spricht, im Vergleich zum Berliner Original, das „ältere Publikum“ an. So läge ein drittes Format, eventuell mit besonderem Fokus auf Storys über Schulschwänzer und Schulstress als „jüngere Alternative“ sehr nahe. Das wird zwar noch mehr Kritik von der Presse ernten – aber mit Blick auf die Quoten werden die Senderchefs an diesen Planungen festhalten. Doch zunächst wird von „filmpool“ im Herbst mit „Wien – Tag & Nacht“ ein erstes Format dieser Art für einen österreichischen Sender umgesetzt.

Aber auch hier gibt es noch Potential – der Sendeplatz um 17.00 Uhr ist wirtschaftlich nicht uninteressant und könnte vom Sender mit einer dritten „Städte-WG“ noch optimaler genutzt werden. Aktuell werden dort Wiederholungen alter Episoden der Urlaubssoap „X-Diaries“ gezeigt, die teilweise mit nur 5 Prozent glänzen. Beklagen sollte man die Entwicklung der gescripteten TV-Doku-Soaps nicht, denn auch hier gilt das Prinzip „Angebot und Nachfrage“ und die Kontrastimmen sind bedauerlicherweise viel zu leise, um von den Fernsehgurus gehört oder gar ernst genommen zu werden.

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