Header image
Reality TV

Nun endgültig: Baby-Big Brother ist vom Tisch

Die von RTL angekündigte Reality-TV-Show „Babyboom – Willkommen im Leben“ ist nun endgültig vom Tisch. Unter diesem Arbeitstitel begann RTL am 15. Februar mit der Vorbereitung zur Rundumbeobachtung auf der gynäkologischen Geburtsstation des Berliner Klinikums Vivantes. Dieses „Baby-Big Brother“ sollte bereits im Frühsommer ausgestrahlt werden.

RTL reagierte am 27. Februar bereits mit dem Produktionsstopp auf die immer lauter werdenden Stimmen der Ablehnung. Auch eine Sitzung des Berliner Senats am 5. März hatte keine weitere Klarheit bringen können. RTL-Sprecher Christian Körner: „Wir bedauern sehr, dass es dem Land Berlin nicht möglich war, eine Entscheidung in dem Zeitrahmen herbeizuführen, den wir für eine Fortsetzung der Produktion gebraucht hätten.“ Der Berliner Gesundheitssenator Mario Czaja zeigte sich ebenso wenig kooperationsbereit und verwies in Sachen Baby-Big Brother auf die nächste Aufsichtsratssitzung des Klinikums Vivantes am 20. März.

Ein weiteres Abwarten jedoch, auf diese Sitzung mit offenem Ausgang, sei wirtschaftlich für RTL nicht mehr vertretbar. Auch die Geburten, die man hätte mit der Kamera begleiten wollen, fanden bereits statt und die lahmgelegte Produktion verschlänge während der auferlegten Aufnahmepause Unsummen. RTL: „Als verlässlicher Produktionsstandort hat sich Berlin im Umgang mit dieser nun gescheiterten TV-Produktion ganz sicher nicht empfohlen!“

Baby Big Brother Babyboom EntbindungsstationDokumentation über eines der schönsten Themen der Welt seien, so RTL, bereits vielfach in Deutschland gezeigt worden und dies sowohl von privaten, als auch von öffentlich-rechtlichen Sendern (z.B. 2000: „Geburtsstation“, Arte; 2001: „Mein Baby“, RTL; 2006: „Babystation“, ZDF; 2012: „Babys! Kleines Wunder – großes Glück“, RTL II). „One Born Every Minute“, so der Original-Titel von Baby-Big Brother, wurde sogar mit einem Preis der Britischen Akademie der Film- und Fernsehkunst ausgezeichnet und ist ein Riesenerfolg u.a. in Frankreich, Spanien, Amerika und seinem Heimatmarkt England, wo es seit 2010 läuft.

Kann es sein, dass der deutsche Zuschauer sensibler auf derart intime Situationen reagiert und die Kamerabeobachtung während einer Geburt als Tabubruch ablehnt? Oder aber lassen vielleicht die anderen Trash-Formate des Senders, die wohl häufig an Persönlichkeitsrechten und Datenschutz zu wünschen übrig lassen, die Verantwortlichen in Berlin vor einer Zusage zurückschrecken? Die Produzenten des Formats hoffen, zu einem späteren Zeitpunkt zu einem Endprodukt zu gelangen.

Was denkt ihr – handelt es sich um eine völlig ungerechtfertigte Diskussion bezüglich einer Kreißsaal-Doku oder haltet ihr eine Sendung in der Art von Baby-Big Brother für moralisch vertretbar?

Gefällt dir der Artikel? Teile ihn in den sozialen Netzwerken!



Mehr zu diesem Thema

Themen dieser Meldung

    Deine Meinung zählt!

    Kommentare