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„Utopia“ oder „goldener Käfig“: was sagt Borris Brandt?

Big Brother wurde weiterentwickelt und läuft derzeit unter dem Titel "Utopia" seit Anfang 2014. Nun fragt sich natürlich - und viele Big Brother-Fans wünschen sich das auch - ob dieses Format auch in Deutschland so erfolgreich laufen könnte wie in den Niederlanden. Borris Brandt äußerte sich im Interview dazu.

Utopia oder goldener Käfig

„Utopia“ läuft derzeit in den Niederlanden“

Seit Anfang 2014 hat der niederländische Sender SBS 6 ein neues Hit-Format. Der früher zum ProSiebenSat.1-Konzern gehörende Kanal hat mit «Utopia» den Nachfolger von «Big Brother» geschaffen. Alles zu Utopia und den Regeln findet ihr hier.

Zwar ist der Ideengeber wieder John de Mol, doch inhaltlich wurde der große Bruder weiterentwickelt. Borris Brandt, ehemaliger Endemol-Chef in Deutschland, kennt „Utopia“ seit früher Entwicklungsphase und pflegt auch heute noch gute Kontakte zu de Mol. Borris Brandt: „Grundsätzlich ist die neue Sendung wie «Big Brother – Das Dorf» nur ohne dem Setting des Dorfes. Neu hinzugekommen ist der Aspekt, eine eigene Gesellschaft zu gründen.“

„Utopia“ sei experimentell zu sehen. Genau wie damals vor und während der ersten Staffel von Big Brother erregte „Utopia“ in den Niederlanden ein großes mediales Interesse. Man bemängelte fehlende sanitäre und hygiensische Ausstattung. Borris Brandt meint jedoch, das war nur gut für „Utopia“ und die Aufmerksamkeit hätte nicht geschadet, eher das Gegenteil trat ein. Brandt geht sogar noch einen Schritt weiter: „Das gehört dazu. Hätte es einen solchen Aufschrei nicht von alleine gegeben, hätte ich als TV-Macher dafür gesorgt, dass es ihn gibt.“

Der kleine Sender SBS 6 holt in den dreißig Minuten, in denen die Sendung ausgestrahlt wird (ansonsten über Live-Stream zu verfolgen), etwa 1,5 Millionen Menschen, das ist das fünffache der Zuschauer, die der Sender normal erreicht.

Borris Brandt schätzt zudem den finanziellen Aufwand nicht sehr hoch ein, da Kameras heute nicht mehr so viel kosten würden. Auch hätte John de Mol entsprechendes Equipment noch aus der Zeit, in der er in den Niederlanden den „Goldenen Käfig“ produziert hat. „Solche Formate sind zudem auch kalkulierbarer geworden“, meint Brandt, „früher haben wir wirklich jeden Winkel gefilmt, weil man Angst hatte, es könnte sich sonst jemand unbeobachtet umbringen. Das ist im Jahr 2014 nicht mehr nötig, weil die Reality-Produzenten ihre jahrelange Erfahrung einbringen können.“

Utopia

Würde „Utopia“ auch in Deutschland funktionieren? Was läuft eher, „Utopia“ oder „Goldener Käfig“?

Borris Brandt ist vom Konzept Utopias absolut überzeugt. Ob es jedoch in Deutschland funktionieren könnte, da ist er sich weniger sicher. Der Grund ist die Bildästhetik. In Holland dominiert rein bildlich aktuell Tristesse: Die große Scheune ist kärglich eingerichtet und in grau gehalten, die großen Felder und Waldgebiete sind ebenfalls alles andere als eine Farbpracht. „Das ist halt Reality. Wir haben Januar. Im Sommer wird das Format anders aussehen“, meint Brandt. Sein persönlicher Vorschlag für die ProSiebenSat.1- Gruppe wäre, endlich die Umsetzung des „Goldenen Käfigs“ in Angriff zu nehmen. Das Format kommt ebenfalls von John de Mol.

„Utopia“ oder „goldener Käfig“ – was macht den Unterschied?

Während „Utopia“ eher kärglich ist (wie oben beschrieben), findet das Format „goldener Käfig“ in einem Luxushaus statt. Auch ist es ebenfalls ähnlich wie Big Brother, nur mit dem Unterschied, dass die Bewohner Kontakt zur Außenwelt haben dürfen und das Haus in den Besitz des Gewinners übergeht.

Borris Brandt hat dazu schon eine konkrete Idee: „Ich würde den «Goldenen Käfig» jeden Tag bei ProSieben um 22.15 Uhr zeigen und Stefan Raab einen kreativen Anschub geben.“ Für Deutschland sei der „Goldene Käfig“ jedenfalls das deutlich bessere Format, wenngleich „Utopia“ inhaltlich den spannenderen Ansatz hat. Optisch und inhaltlich wäre es die Brücke zwischen «Berlin Tag & Nacht» und guter Reality für eine eher anspruchsvollere Seherschaft.

Falls der „goldene Käfig“ in Deutschland erfolgreich wäre über den Zeitraum von einem Jahr, dann könnte man über eine Adaption von „Utopia“ nachdenken. Wenn John de Mol selbst hinter der Produktion stände, dann bräuchte man sich über die Qualität keine Sorgen machen.

Was denkt ihr, „Utopia“ oder „goldener Käfig“ oder beides in der Reihenfolge, die Borris Brandt vorschlägt?

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