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Love Island 2017
Love Island Big Brother Unterschiede

© RTL2

Love Island versus Big Brother: Was sind die Unterschiede?

Heute Abend startet bei RTL2 das neue Reality-Event Love Island, das gelegentlich auch als "Big Brother unter Palmen" bezeichnet wird. Doch es gibt mehr Unterschiede zwischen den beiden Shows als den Drehort.

Seit dem Start von Big Brother im Jahr 1999 in den Niederlanden wurden rund um den Globus ähnlich gelagerte Reality-Formate produziert. Mit „Der Container Exklusiv“ beim Sky-Vorgänger Premiere kopierte die Produktionsfirma Endemol den großen Bruder sogar einmal 1:1. Auch das britische Erfolgsformat Love Island, das am heutigen Montag bei RTL2 startet, übernimmt einige bekannte Elemente von Big Brother.

Haus gegen Villa, Bewohner gegen Islander

Bei beiden Sendungen werden die Teilnehmer von der Außenwelt abgeschottet und 24 Stunden am Tag von Kameras überwacht. Während sie bei Big Brother in einem Haus wohnen, das in ein Fernsehstudio gebaut wird, ziehen sie bei Love Island in eine prachtvolle Villa auf Mallorca. Damit dürfen die Kandidaten dort die Mittelmeersonne und den traumhaften Blick auf den Strand genießen (und die Zuschauer dadurch viel nackte Haut).

Auch bei der Kandidatenauswahl gibt es einige Unterschiede. Bei Big Brother bilden die Bewohner in der Regel eine bunt zusammengewürfelte Truppe, die nach oben hin keine Altersgrenze kennt. Bei ihrem Einzug lassen die BB-Kandidaten teils auch Ehegatten oder zumindest Partner zurück.

Bei Love Island sind die Bewohner – offiziell Islander genannt – bei ihrem Einzug ausnahmslos Singles und müssen sich während ihrer Zeit in der Villa einen Partner suchen. Dabei haben die Islanders einiges gemeinsam: Sie sind alle in ihren frühen 20ern, gut gebaut und geizen nicht mit ihren Reizen. Dass der Cast bei Love Island deutlich jünger ist, liegt auch beim Sender. Sowohl ITV2, bei dem das britische Vorbild läuft, als auch RTL2 wollen in erster Linie ein junges Publikum erreichen.

Nominierungen und Rauswahlen

Beschäftigt man sich etwas genauer mit Big Brother und Love Island, so werden weitere Unterschiede zwischen den Formaten deutlich. Der große Bruder folgt bei seinem Rauswahlprozess einem weitestgehend festen Schema: Bewohner nominieren zunächst im Sprechzimmer einen ihrer Mitbewohner, die Bewohner mit den meisten Stimmen müssen sich dann dem Zuschauervoting stellen. Nur wer die Zuschauer von sich überzeugt, kann dauerhaft im Haus bleiben.

Bei Love Island gibt es dagegen eine andere Regel: Wer keinen Partner findet, dem droht der Auszug. Schon nach ihrer Ankunft in der Villa müssen sich die Islander daher einen Partner suchen.  Bei einer ungeraden Teilnehmeranzahl wird ein Single damit zunächst Single bleiben. Doch im Laufe der Staffel wird es immer wieder die Chance geben, sich einen neuen Partner zu suchen oder gar einem Mitbewohner den Partner auszuspannen. Wer dann noch ohne Partner bleibt, wird seine Koffer auch tatsächlich packen müssen.

Doch nicht nur Singles droht bei Love Island der Rauswurf. Beim britischen Original gab es gelegentlich auch Nominierungs- und Rauswahlrunden, die jedoch nicht an festen Wochentagen stattfanden und auch keiner festen Regel folgten. Mal konnten die Teilnehmer selbst ein Paar rauswählen, mal nominierten oder schmissen die Zuschauer einige der Islander raus.

Weiterer Unterschied zwischen den beiden Sendungen: Während die Zuschauer bei Big Brother eine kostenpflichtige Telefonnummer wählen müssen, können sie sich bei Love Island über eine kostenlose App beteiligen.

Dates und Challenges

Eine Gemeinsamkeit zwischen Big Brother und Love Island ist, dass die Teilnehmer regelmäßig an Spielchen teilnehmen müssen. Während bei Big Brother in Tages- und Wochenaufgaben sowie Matches oder Duellen vorrangig um das Essensbudget, Luxusgüter oder die Wohnsituation gespielt wird, müssen sich die Islander keine Sorgen um ihren Status machen. Sie leben alle gemeinsam in einer Villa und haben garantierte Essenslieferungen.

Bei den Challenges in Love Island – die zumindest im Original außerhalb der Villa stattfinden und in der Regel von den Bewohnern selbst moderiert werden – wird stattdessen um Belohnungen gespielt. Dies können wie bei Big Brother Partys oder Nachrichten von zu Hause sein, aber auch Dates. Diese können auch außerhalb des Hauses stattfinden und geben den Paaren die Möglichkeit, sich besser kennenzulernen. Dates müssen aber nicht zwangsläufig in Spielen gewonnen werden. Auch durch Zuschauer- oder Bewohnerentscheid können die Teilnehmer zu einem Date mit ihrem Partner oder auch gänzlich neuen Bewohnern kommen.

Tageszusammenfassungen und Live-Shows

Eine weitere Gemeinsamkeit besteht im Ausstrahlungsryhtmus. Sowohl bei Big Brother als auch Love Island gibt es Tageszusammenfassungen, in denen die wichtigsten Ereignisse zusammengefasst werden. Anders als beim großen Bruder werden die Geschichten bei Love Island aber nicht streng nach Tagen getrennt, so dass Folgen auch mit einem Cliffhanger enden können. Beide Formate haben gleich, dass ein Erzähler als Bindeglied zwischen den einzelnen Geschichten innerhalb einer Episode fungiert. Die Briten haben hierfür aber mit Iain Stirling einen Comedian engagiert, der dem Format mit seinen launigen Kommentaren und witzigen Beobachtungen einen ganz eigenen Charakter gibt – ähnlich wie man das von Off-Sprechern aus VOX-Formaten kennt. Viele sehen gerade ihn ihm den Hauptgrund für den Erfolg von Love Island im UK.

Einen Love Island Live-Stream aus der Villa wird – anders als bei Big Brother früher – nicht angeboten. Und auch Live-Shows gibt es bei Love Island indes mit Ausnahme des Finales nicht – auch wenn die Show mit Jana Ina Zarella auch eine Moderatorin hat. Wenn sich RTL2 genau an das britische Original hält, wird Jana Ina jedoch nur unregelmäßig die Teilnehmer in der Villa besuchen, um Überraschungen wie Neuzugänge, Rauswahlen oder eine Auflösung der Paare zu verkünden.

Doch nicht immer müssen schlechte Nachrichten von Jana Ina überbracht werden. Im Original erhalten die Bewohner regelmäßig Textnachrichten auf einem Smartphone – ähnlich wie das bei Big Brother mit Nachrichten auf den Monitoren oder Briefen aus dem Sprechzimmer der Fall ist.

Apropos Sprechzimmer: Dieses gibt es auch bei Love Island, dort werden allerdings nur die Statements der Bewohner aufgezeichnet, die in die Folgen geschnitten werden. Eine Stimme die wie der große Bruder zu den Teilnehmern spricht, gibt es nicht.

Spoiler: Finale bei Love Island

Warnung: Wenn ihr euch im Finale überraschen lassen wollt, solltet ihr hier nicht mehr weiterlesen.

Ein weiterer Unterschied lässt sich bei Big Brother und Love Island im Finale ausmachen. Da es sich bei letzterem um ein Datingformat handelt, wählen die Zuschauer nicht einen einzelnen Bewohner zum Sieger, sondern eines der Pärchen. Dieses bekommt den Gewinn von 50.000 Euro auch nicht direkt ausbezahlt, sondern hat nur die Chance auf das Preisgeld.

Im britischen Original wurde das Siegerpaar nach der Siegerehrung vor eine folgenschwere Entscheidung gestellt: Wollen sie die Gewinnsumme teilen sich von ihrem Partner trennen und das Geld alleine mit nach Hause nehmen wollen?

Um einen offiziellen Big Brother-Ableger handelt es sich bei Love Island übrigens nicht. Erdacht und produziert wird die Show von ITV Studios, der Produktionsfirma hinter erfolgreichen Formaten wie das Dschungelcamp, Gefragt – Gejagt, Das perfekte Dinner und 4 Hochzeiten und eine Traumreise.

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