Global Gladiators

Global Gladiators: Wie gut ist die neue ProSieben-Show?

Am Donnerstag startete ProSieben einen neuen Versuch, eine Promi-Reise durch Afrika zum Quotenerfolg zu verhelfen. Wir haben uns die erste Folge von "Global Gladiators" angesehen.

Was hat sich ProSieben nur dabei gedacht, einmal mehr Promis durch Afrika reisen zu lassen? Schon 2013 sind mit diesem Konzept sowohl ProSieben selbst auch als RTL bitter gescheitert und auf den ersten Blick wartet „Global Gladiators“ nicht mit besonders relevanten Änderungen auf. Wieso sollte man die neue ProSieben-Sommer-Show einschalten, wenn statt „Reality Queens auf Safari“ nun Reality-Queen Larissa Marolt – für frühere Afrikashows wohl zu spät ins Dschungelcamp gezogen – Oliver Pocher und sechs weitere Promis diese Reise antreten? Gerade Oliver Pocher ist nach seiner ziemlich misslungenen Moderation von Promi Big Brother 2013 nicht zu Unrecht in Vergessenheit geraten.

Doch es gibt guten Grund, die „Global Gladiators“ einzuschalten. Das Format dürfte nämlich weniger als ein inoffizieller Nachfolger der „Reality Queens auf Safari“, sondern vielmehr als Klon des durchaus erfolgreichen „Sommerhaus der Stars“ von RTL entworfen worden sein.

Global Gladiators: Der Sommercontainer der Stars

Statt Luxusvilla organisierte RTL fĂĽr sein Sommerhaus vergangenes Jahr eine kleine, eher schlicht eingerichtete Bleibe, in der sich die Teilnehmer kaum aus dem Weg gehen konnten. Ă„hnlich macht es auch ProSieben, das das Haus aber durch einen nochmals viel kleineren Container ersetzt. Back to the roots, quasi. SchlieĂźlich hat der Reality-Boom einst auch mit einer Containershow begonnen: Big Brother.

Global Gladiators 2017 Container

Foto: ProSieben/Richard HĂĽbner

Und es gibt eine weitere Parallele zur RTL-Show. Statt Moderatoren gibt es Spielleiter, die kaum in Erscheinung treten, sondern lediglich die Spielregeln der regelmäßig stattfindenden Challenges erklären. Während Malte Akona beim Sommerhaus die Stars zu den Spielen begrüßt, übernimmt bei „Global Gladiators“ der durchaus sympathische Maurice Gajda diese Aufgabe. Unterstützung erhält er von Elmar Paulke, der ähnlich wie bei Schlag den Star als Kommentator auftritt. Noch so eine Kopie: Sportkommentatoren, die auf Biegen und Brechen auch Unterhaltungsshows kommentieren sollen.

Fans von Big Brother 5 gucken auch

Und auch hier lässt sich der Bogen einmal mehr zum groĂźen Bruder spannen, nicht nur weil Big Brother selbst schon Sportkommentatoren als Matchkommentatoren verpflichtet hat. Die Challenges bei „Global Gladiators“ erinnern durchaus an die Challenges, die die Bewohner in den Langzeit-Big Brother-Staffeln 5 und 6 absolvieren mussten und von den Zuschauern weiterhin geschätzt werden – auch wenn BB-Chef Rainer Laux sie nicht mehr fĂĽr zeitgemäß hält. In der Auftaktfolge mĂĽssen die „Global Gladiators“ beispielsweise auf Seilen balancieren und vom Hubschrauber aus eine Zielscheibe im Wasser treffen – typische BB-Challenges. Das sorgt fĂĽr Drama, Tränen, erschöpfte Promis und zusammen mit der bezaubernden Landschaft Namibias fĂĽr atemberaubende Bilder. Ă„rgerlich nur, dass einmal mehr auf das „Schlag den Raab“-Prinzip gesetzt wird, s dass das letzte Spiel so wichtig ist wie die anderen beiden Spiele zusammen. Oder anders ausgedrĂĽckt: Wirklich wichtig ist nur das dritte Spiel.

Global Gladiators

Foto: ProSieben/Richard HĂĽbner

Anders als im Sommerhaus entscheiden die Herausforderungen ĂĽbrigens nicht ĂĽber das Geld, das die Promis am Ende der Staffel gewinnen können, sondern ĂĽber den Verbleib im Spiel. Das Verliererteam steht nämlich zum Abschuss frei. Wer gehen muss, wird dabei von den Promis selbst bestimmt – nur nicht in der ersten Folge.

Zumindest zum Auftakt zahlte es sich auch aus, mehr als nur „Reality-Queens“ als Promis engagiert zu haben. Weniger „Reality-Queens“ bedeutet zwar weniger Dauergezicke, doch weniger GebrĂĽll bedeutet nicht weniger SpaĂź, im Gegenteil. Zu einem unterhaltsamen Drama (oder Reality-Show) gehören Kabale und Liebe, Zoff und SpaĂź.  Und das hat die erste Folge von „Global Gladiators“ durchaus geliefert, auch dank Oliver Pocher, der die Rolle der Reality-Queens ĂĽbernommen und sich fleiĂźig mit Lilly Becker gestritten hat. Dumm nur, dass er aus Promi Big Brother nichts gelernt hat und weiterhin lahme Witze am laufenden Band reiĂźt. Lilly Becker sorgte derweil fĂĽr den größten Lacher, nachdem sie das Duschwasser zum Kochen nutzte und erst beim Essen erfahren hat, dass es kein Trinkwasser ist. Dumm gelaufen. Sympathiepunkte konnte dagegen Mario Galla sammeln, der aufgrund einer Beinprothese mit einem Handicap in den Wettkampf geht, aber seinen Kontrahenten aus sportlicher Sicht in nichts nachsteht.

Ob Global Gladiators ein Erfolg wird? Möglich, denn auch wenn die Ideen zusammengeklaut sind, hat die Show ihre spannenden Momente. WĂĽnschenswert wäre jedoch, wenn in den kommenden fĂĽnf Folgen einige der Promis noch aus ihrer Haut kommen und die Show nicht nur Oliver Pocher und Lilly Becker ĂĽberlassen – und die Folgen sich nicht ĂĽber drei Stunden ziehen. Das war nämlich auch zum Auftakt etwas zu lang.

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