Klatsch & Tratsch

Cindy aus Marzahn: Auftrittsverbot in Augsburg

Der Totensonntag ist in Bayern kein x-beliebiger Feiertag. Die Menschen nehmen ihn hier noch ernst und gedenken ihrer Verstorbenen. Nicht alle natürlich, doch der gläubige Teil sehr wohl und deswegen laufen die Uhren an diesem Tag im größten Bundesland Deutschlands eben anders. Diesen Umstand bekam jetzt auch Cindy aus Marzahn zu spüren.

Cindy aus Marzahn: Auftrittsverbot in der Stadt der Fuggerstadt Augsburg

Am 24. November ist Totensonntag und an diesem Tag sollte Comedian Cindy aus Marzahn in der Stadt am Lech auftreten.  Dachte sie, dachten ihre Fans, dachte der Veranstalter… aber nicht Augsburgs Bürgermeister Hermann Weber. Dem gefiel dieses Vorhaben überhaupt nicht und er reagierte prompt – Auftrittsverbot für die schrille Cindy.

Die Gründe für das Auftrittsverbot

Wie bereits erwähnt, ist der Totensonntag oder auch „Ewigkeitssonntag“ genannt, ein christlicher Feiertag, an dem man den Verstorbenen gedenkt. Es ist immer der letzte Sonntag vor dem Adventssonntag.

Bürgermeister Hermann Weber zu BILD: „Sie sprechen mit einem christlich orientierten Politiker, da lasse ich mit mir darüber nicht reden, weil die Totenruhe für mich etwas Heiliges ist!“

An diesem Tag wird jedoch der „Zauberer von OZ“ in der berühmten Augsburger Puppenkiste aufgeführt. Das ist erlaubt. Auch dafür gibt es eine Erklärung. Laut § 3 des Feiertagsgesetzes sind Kabarett-, Varieté- und Zirkusdarbietungen „an stillen Tagen grundsätzlich erlaubt, da man hierbei davon ausgehen kann, dass der den stillen Tagen entsprechende ernste Charakter gewahrt bleibt.“

Cindy aus Marzahn: AuftrittsverbotBei Cindy aus Marzahn kann der Bürgermeister Weber jedoch keinerlei „ernsten Charakter“ erkennen und somit sieht er seine Entscheidung als gerechtfertigt, er sagte:  „Jedes Gesetz kann Ausnahmen zulassen, es stellte sich für mich die Frage, ob die Show von Cindy aus Marzahn einen ernsten Charakter hat, und den hat sie in meinen Augen nicht!“

Veranstaltet wird die „Cindy-Show“ von „Südpol“, Patrick Oginski ist realativ ratlos, denn mit sowas hätte er vermutlich nicht gerechnet. Er erklärte:  Die Stadt hat uns mitgeteilt, dass sie keinen Auftritt von Cindy am Totensonntag genehmigt. In anderen Städten haben wir mit Kabarett-Veranstaltungen am Totensonntag keine Probleme.“

Wahrscheinlich ist es nicht so einfach, zwei Städte in der Planung auszutauschen, immerhin geht es um rund 3000 Leute, die nun ziemlich enttäuscht sein werden. So einfach gefallen lassen wollen sie sich diese Entscheidung jedoch nicht, sie planen Demonstrationen im Internet.

Wir fragen uns, wie eine Veranstaltung am Abend in einer Halle die Totenruhe stören sollte. Vielleicht geht es auch um grundsätzliche Dinge, die heute viel diskutiert werden. Cindy aus Marzahn macht auch darüber ihre Witze und kommentiert das Ganze mit: „Ich will doch nur spielen….“. Na, dann.

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