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Dschungelcamp News
Dschungelcamp weltweit

© ITV

So läuft das Dschungelcamp in anderen Ländern ab

Mit 11 Staffeln seit 2004 gehört das Dschungelcamp – offiziell "Ich bin ein Star – Holt mich hier raus!" genannt zu den Dauerbrennern im deutschen TV. Doch nicht nur RTL schickt mehr oder weniger bekannte Persönlichkeiten in den australischen Dschungel. In zehn weiteren Ländern war die Show bereits zu sehen. Wir nehmen euch mit auf einen Trip unter dem Motto "Dschungelcamp weltweit".

Mit weiterhin mehr als sechs Millionen Zuschauern in der 11. Staffel ist „Ich bin ein Star – Holt mich hier raus!“ nicht nur das erfolgreichste Format bei RTL, sondern auch eine der beliebtesten TV-Sendungen überhaupt. Anfangen hat alles hierzulande im Jahr 2004, doch bereits zwei Jahre zuvor ging in Großbritannien bei ITV mit „I’m A Celebrity – Get Me Out Of Here!“ erstmals ein Dschungelcamp auf Sendung und entwickelte sich schnell zu einem Hit. Im vergangenen November 2016 lief die vom Comedy-Duo Ant & Dec moderierte Show bereits in der 16. Staffel, eine 17. wird in diesem Jahr folgen.

Wie alles begann: I’m A Celebrity – Get Me Out Of Here im UK

Zum Start unterschied sich die britische Ausgabe kaum vom deutschen Ableger: Acht Promis zogen für 15 Tage in den australischen Urwald und wurden in Woche eins von den Zuschauern in Dschungelprüfungen gewählt, in Woche zwei von diesen aus dem Urwald geworfen. Lediglich der Drehort war in der ersten Staffel noch ein anderer. Statt in Murwillumbah wurde in Tully, rund 140 Kilometer südlich von Cairns produziert. Mit dem Start der zweiten Staffel nutzen aber auch die Briten das Dschungelcamp, in dem auch RTL seine Stars aussetzt.

Anders als RTL hat ITV jedoch schon viel früher damit begonnen, das Format weiterzuentwickeln. Schon in der sechsten Staffel im Jahr 2006 hatte der Sender seine Promis erstmals in zwei Camps eingeteilt – also zehn Jahre bevor RTL diese Regel übernommen hat. Weitere Änderung: Im britischen Dschungelcamp finden seit 2006 auch Dschungelprüfungen statt, bei denen die Gewinner Schutz vor der ersten Rauswahl erhalten. Darüber hinaus wurden Dschungelprüfungen durchgeführt oder geheime Missionen vergeben, mit denen sich die Stars weiteren Luxus verdienen konnten oder – im Jahr 2013 – den Urwald für eine Nacht sogar verlassen durften! Dahingehend hat sich die britische Ausgabe also ein deutlicheres Stück Richtung Big Brother entwickelt.

Weitere Änderungen im britischen Dschungelcamp betreffen die Schatzsuche. Die wurde durch die „Dingo Dollar Challenge“ ersetzt, bei der die Stars aus beiden Camps gegeneinander antreten, um Dingo Dollar zu gewinnen, mit denen ein Luxusgegenstand für das Team gekauft werden kann. Um den gewünschten Preis zu bekommen, muss die Gruppe weiterhin weiterhin eine Frage richtig beantworten. Dazu wurde eine britische Telefonzelle ins Camp gestellt, über die die verbliebenen Stars angerufen werden. Dabei ist die Telefonzelle nicht die einzige Erweiterung, die das Camp über die Jahre bekommen hat. So gab es im Base Camp auch schon ein Fitnessstudio. 2016 gab es für die Stars unter anderem eine Art Baumhaus, Gemüsegarten und einen bequemen Stuhl

I’m A Celebrity – Get Me Out Of Here für Australien aus Afrika

Weitere Besonderheit bei „I’m A Celebrity – Get Me Out Of Here!“: Die britische Ausgabe dauert inzwischen drei Wochen. Noch länger müssen übrigens die Stars des australischen Ablegers aushalten, der ebenfalls „I’m A Celebrity – Get Me Out Of Here!“ heißt und 2005 an den Start ging. Ganze 45 Tage (1,5 Monate) dauert die Sendung „Down Under“. Die Australier filmen ihre Version allerdings nicht in Australien – das wäre auch irgendwie langweilig – sondern in Südafrika, genauer gesagt im Kruger National Park und streng genommen gar nicht im Dschungel, sondern eher in einer Steppe.

Inhaltlich folgt die von Komikerin Julia Morris und Tierarzt Dr. Chris Brown moderierte Ausgabe weitestgehend den weltweiten Regeln: Die Zuschauer wählen auch hier die Promis in die Dschungelprüfungen, die dort um ihr Abendessen spielen müssen. Da die Sendung nicht sieben Tage die Woche läuft, wird bei manchen Prüfungen um das Essen für mehrere Tage gespielt. Dabei entscheiden in der Regel immer die Zuschauer über die Prüfungsteilnehmer. Lediglich wenn eine Rauswahl stattfindet, darf der rausgewählte Star den nächsten Teilnehmer bestimmen.

Apropos Rauswahl: Hier zeigt sich, dass „I’m A Celebrity – Get Me Out Of Here!“ in Australien noch stärker als in England an Big Brother angelehnt wird. Rauswahlen finden zunächst nämlich wöchentlich statt. Erst in der letzten Woche muss täglich ein Promi das Dschungelcamp verlassen. Darüber hinaus gibt es wie bei Big Brother geheime Missionen für einzelne Bewohner, um zusätzliche Goodies zu erspielen, und fest vom Teamcaptain vergebene Aufgaben wie Holz zusammeln oder den Abwasch zu erledigen. Auch das wurde ganz offensichtlich von den früheren australischen Big Brother-Staffeln übernommen.

Schatzsuchen gibt es übrigens auch im australischen Dschungelcamp – dort mit der Besonderheit, dass Promis als Spender der Preise genannt werden. So hat beispielsweise die Family des verstorbenen Crocodile Hunters Schokoladenkoalas mitgebracht. Darüber hinaus finden weitere Gastauftritte von Promis statt, die in der Regel über die „Mystery Box“ ins Camp geliefert werden. Vergangenes Jahr flog die Nachrichtensprecherin Sandra Sully nach Südafrika, um dort die Nachrichten zu verlesen – nachdem sie in der Vergangenheit auch schon bei den Big Brother-Finalsendungen den Finalisten einen Nachrichtenrückblick präsentierte.

All diese Ähnlichkeiten überraschen nicht, wenn man weiß, wer als Executive Producer hinter der britischen Staffel steckt. In Staffel 1 war es Peter Abott, der die ersten drei australischen Staffeln verantwortete. In Staffel 2 übernahm dann Alex Mavrodidakis das Zepter, der die letzten drei australischen Staffeln verantwortlich war und sich zuvor noch über den Ideendiebstahl bei „I’m A Celebrity – Get Me Out Of Here!“ echauffierte.

Dschungelcamp weltweit: Auch in diesen Ländern lief die Show

Der Kruger National Park in Südafrika, in dem die Australier drehen, bietet übrigens zwei verschiedene Sets, so dass auch zwei Länder gleichzeitig mit einer Dschungelcamp-Staffel versorgt werden können. Dies war beispielsweise 2015 der Fall, als die australische und rumänische Version parallel gedreht worden sind.

Neben dem australischen und rumänischen Dschungelcamp, hatten auch das dänische und ungarische Camp ihr Zuhause dort. Während Dänemark und Rumänien allerdings nur jeweils eine Staffel der Show produziert haben (beide in 2015), iiefen in Ungarn 2008 und 2014 jeweils zwei Staffeln hintereinander. Dabei wurden nur die beiden Ausgaben aus dem Jahr 2014 in Südafrika produziert, das Camp der ersten beiden Staffeln waren dagegen in Argentinien beheimatet.

► Hier geht’s zu einem Trailer der ungarische Variante

Weitere Eintagsfliegen in Sachen Dschungelcamp weltweit waren übrigens die Ableger in Frankreich (2006 in Brasilien), Indien und Schweden (beide 2009 in Malaysia) und die Niederlande (2014 im südamerikanischen Suriname). Sie folgten meist den internationalen, auch in Deutschland angewandten Regeln. Eine Besonderheit ist allerdings die niederländischen Ausgabe. Sie kam ohne Zuschauervoting aus, wurde vorproduziert und dann wöchentlich im Fernsehen ausgestrahlt wurde. Ebenfalls abgewandelt wurde der indische Ableger, der mit 54 Tagen am längsten lief. Hier nominierten die Promis täglich einen Teilnehmer für die Prüfung sowie am Ende der Woche auch einen Camper für den Auszug. Dieser musste gegen einen von den Zuschauern nominierten Star in einer Challenge antreten, um so seinen Verbleib in der Show zu sichern. Der Verlierer dieser Challenge musste nämlich das Camp verlassen.

I’m A Celebrity – Get Me Out Of Here: zweimal in den USA gefloppt

Elftes und letztes Land im Bund der weltweiten Dschungelcamp-Länder ist die USA, die mit ihrer ersten Staffel im Jahr 2003 das aktuell von Deutschland und UK verwendete Dschungelcamp in Australien eingeweiht haben. Die erste Staffel, die von ABC ausgestrahlt wurde, folgte der damaligen britischen Variante und wurde zwei Wochen live gesendet. Da das Format bei den Zuschauern jedoch durchfiel, dauerte es sechs Jahre bis sich NBC an einen zweiten Versuch wagte und Stars für drei Wochen in den Urwald nach Costa Rica schickte – was deutlich angenehmer war als mit der Zeitverschiebung USA/Australien zu arbeiten.

Inhaltlich wurde das Format überarbeitet. Zwar gab es weiterhin ein Camp, aber zwei Teams, so dass nicht alle in den Genuss des erspielten Essens kamen. Darüber hinaus fanden Rauswahlen ähnlich wie in Australien über die gesamte Staffel statt und nicht mehr nur in der zweiten Hälfte. Dabei konnten die Teilnehmer regelmäßig Schutz vor den Rauswahlen erspielen. Die Änderungen halfen jedoch nichts, das Format konnte in den USA weiterhin nicht überzeugen.

Damit ist das Dschungelcamp weltweit gesehen eigentlich gar kein solch großer Erfolg wie das im Vereinigten Königreich, Deutschland und Australien der Fall ist. Ein Grund könnte sein, dass es mit Survivor in den USA, Frankreich, Dänemark, Schweden und den Niederland ein Konkurrenzformat gibt, das noch härter ist, sich lange vor dem weltweiten Dschungelstart erfolgreich etabliert hat und das Dschungelcamp damit wie eine Kopie für Promis erscheinen lässt.

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