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Dschungelcamp News
Dschungelcamp Fake: Echt oder gespielt?

© RTL / Stefan Menne

Alles nur Lug und Trug? Das ist echt und das ist Fake im Dschungelcamp

Als Dschungelcamp-Zuschauer lästert man gerne über Stars mit falschen Brüsten, macht sich über schlimme Botox-Gesichter lustig oder ärgert sich über Promis, die lieber eine Show darstellen anstatt ihr wahres Gesicht zu zeigen. Doch ist überhaupt das Dschungelcamp echt oder wird den Zuschauern auch dort etwas vorgelogen?

Dass das Dschungelcamp Fake ist, hört man seitdem „Ich bin ein Star – Holt mich hier raus!“ im Jahr 2004 in Deutschland gestartet ist. So kursierte schon in der ersten Staffel das Gerücht, dass die Sendung eigentlich in einem Studio in Köln-Hürth gedreht wird. Inzwischen glaubt kaum einer mehr, dass speziell an dieser Geschichte etwas dran ist. Schließlich sieht man in der Sendung regelmäßig das australische Nobelhotel Palazzo Versace sowie die traumhaften Strände der Goldküste, wenn wieder einmal ein Star das Dschungelcamp verlassen muss.

Frontal 21 im ZDF: Nichts echt im Dschungelcamp

Doch auch wenn das Studio-Gerücht inzwischen nur noch für einen müden Gag taugt, müssen sich RTL und die Produktionsfirma ITV Studios weiterhin anhören, dass das Dschungelcamp Fake sei. Schuld daran hat auch das ZDF-Magazin Frontal 21, das 2004 in einem Beitrag den vermeintlichen Betrug der Konkurrenz aufdeckte. So sollen einige der Tropenpflanzen in Wirklichkeit künstliches Gewächs sein, um die Kameras zu verstecken und selbst der Teich im Dschungelcamp von der Produktion angelegt worden sein.

Bei RTL besteht man darauf, dass das Dschungelcamp echt ist und weist die Fake-Vorwürfe konsequent zurück. „Ich kann den Quatsch von Dschungelgeräuschen vom Band, Nebelmaschinen und der angeblichen Bananenplantage nicht mehr hören. Man kann übrigens während des Sommer offizielle Führungen buchen und sich das Camp und alles anschauen. Aber das würde ja so viele der schönen Skandal-Geschichten kaputt machen“, erklärte beispielsweise Jens Oliver Haas in einem Interview mit Stefan Niggemeier. Haas ist der Ehemann von Sonja Zietlow, einer der Witzeautoren und zudem die deutsche Stimme von Dr. Bob.

Dschungelcamp Fake: Die Wahrheit wird gedehnt

Besonders Dr. Bob zeigt jedoch, dass nicht alles im Dschungelcamp echt ist. Arzt ist Bob McCarron nämlich gar nicht, auch wenn er sich als ausgebildeter Rettungssanitäter, Krankenpfleger und Wildbiologe natürlich trotzdem kompetent um die Dschungelstars und ihre Wehwehchen kümmert. Doch auch abseits von Dr. Bob ist das Dschungelcamp nicht so echt, wie RTL es immer darstellt. So hatte schon 2006 Lauren Booth, die Schwester von Tony Blair’s Ehefrau und Teilnehmerin der britischen Variante, einige Fakes aufgedeckt. Das britische „Ich bin ein Star – Holt mich hier raus!“ nutzt dabei das gleiche Camp wie die RTL-Version.

„Nehmt zum Beispiel die Felsen am Rand des Camps – es schien als wären sie hohl und aus Pappmaché gemacht“, so Booth. „Ich habe außerdem bemerkt, dass der Wasserfall, wie der Teich darunter, überhaupt nicht Teil des Dschungels war, sondern von Menschen geschaffen. Außer natürlich, echte Regenwald-Wasserfälle werden ausgemacht zwischen 3 und 6 Uhr nachmittags.“

Dschungelcamp Lügen: Nicht alles stand bereits im Dschungel

Auch für deutsche Zuschauer kommen diese Enthüllungen rund um den Dschungelcamp-Fake nicht überraschend. So war die Teichfolie des Tümpels schon mehrfach im Bild, zudem musste Walter Freiwald bereits eine geheime Aufgabe im inneren des Felsens absolvieren. Im vergangenen Jahr hörte das britische Boulevardblatt The Sun schließlich von einem Insider, dass der Wasserfall in der Tat künstlich ist. Die unbenannte Quelle verwies jedoch darauf, dass die Show in England nie etwas anderes behauptet hätte.

Darüber hinaus sind die Stars natürlich nicht jeder Gefahr im Urwald komplett schutzlos ausgeliefert. So wird das Camp durchgehend von Rangern überwacht, um gefährliche Schlangen und Spinnen von den Stars fernzuhalten. Zudem wird das Dschungelcamp von einer Schutzfolie überdacht, die die Teilnehmer aber auch das Lagerfeuer und besonders die Technik vor Hitze und Regenfälle schützen soll.

Dschungelcamp Fake: Kein wirklicher Skandal, viele Fakten bekannt

All das sind aber Fakten, die auch in Deutschland längst bekannt sind und nicht wirklich dafür sorgen, dass das Dschungelcamp Fake ist. Zudem zeigte auch dieses Jahr wieder, dass diese Vorsichtsmaßnahmen die Promis nicht vor jeder Gefahr schützen. So mussten Ranger in den Snake Rock kommen, um eine Schlange von Hankas Bett zu entfernen. Bei starken Regenfällen war wieder einmal die Technik besser geschützt als die Promis und ihre Betten. Vor Blitzen war dann nicht einmal die Technik gefeit.

Diese Liste mit Kleinigkeiten, bei denen RTL es mit der Echtheit des Dschungelcamps nicht ganz genau nimmt, die aber alles andere als Lug und Betrug ist, lässt sich durchaus noch erweitern: So sind Dschungeltoilette und Dschungeltelefon ebenfalls kein natürliches Produkt des Urwalds – welch eine Überraschung. Auch Bunker und Höhlen, die in den Dschungelprüfungen genutzt werden, sind künstlich angelegt. Anders lassen sich die Prüfungen auch nicht sicher durchführen.

Dschungelcamp gespielt: Die Stars schwindeln öfters als RTL

Zahlreiche Tiere, die für die Dschungelprüfungen genutzt werden, wurden von den Machern speziell für die Sendung gezüchtet. Wenn ein Star im Dschungeltelefon sitzt, beantwortet natürlich auch Daniel Hartwich die Fragen nicht wirklich selbst, sondern ein Mitglied der Produktion. Die kann über Lautsprecher auch mit den Promis interagieren, ähnlich wie das auch bei Big Brother der Fall ist. Anders als beim Newtopia-Fake gibt es über die Sprechanlage allerdings keine Handlungsanweisungen, andernfalls hätten wir sonst nie ein solch langweiliges Camp wie das Dschungelcamp 2015 erlebt. Stattdessen werden Stars an ihr Mikro erinnert, ins Dschungeltelefon gerufen oder auf die Liveshow aufmerksam gemacht.

All das ändert aber nichts daran, dass das Dschungelcamp echt ist – im Großen und Ganzen zumindest. Die Stars sind weitestgehend auf sich alleine gestellt, haben es mit echten Tieren zu tun und müssen tatsächlich in Dschungelprüfungen ihr Abendessen erspielen oder eben mit Reis und Bohnen auskommen. Gesteuert wird die Sendung lediglich durch die Auswahl der Szenen, die einen Star interessanter oder langweiliger wirken lässt als er vielleicht tatsächlich ist. Ein größerer Fake als die Sendung selbst ist jedoch, wenn von den Stars eine Rolle im Dschungelcamp gespielt wird, beispielsweise um zusätzliche TV-Zeit zu bekommen oder ihre Chance auf den Sieg zu verbessern. Doch diese Lügen strafen die Zuschauer immer ab, wie Jay Khan oder auch Honey bezeugen können.

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