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Promi Big Brother 2013

RTL – Sat.1 – VOX und Co einig: Kein Trash-TV mehr

Zuschauer-Quoten sind wichtig für die Sender, gute Quoten bedeuten Grundlage und Voraussetzung für Entscheidungen über den Fortbestand einer Sendung. Wir Zuschauer können also "Programm machen"? Wir können! Und wie wir können, wir schalten einfach nicht ein!

SAT. 1, RTL

Menschliche Handicaps, verpackt in diversen Voyeurismus-Sendungen, wurden lange zu Quotenzündern. Jetzt flogen diverse Formate bei den Privaten aus dem Programm, denn Deutschland guckt bei Peinlichkeits-TV immer öfter weg und deshalb liefen die – in den vergangenen Jahren dominanten – Casting- und Promi-Formate immer schlechter.

RTL – Sat.1 – VOX und Co einig:Trash-TV kommt auf den Schrottplatz

So floppte „Deutschlands schlechtester Autofahrer gesucht“ auf Vox ebenso wie „Tierisch verliebt“ (Sat.1) nach dem zweiten Mal vom Bildschirm verjagt wurde. „Messer, Gabel, Herz“ (Sat.1) erging es nicht anders – Datingpause nach der dritten Sendung. „Schuld“ daran sind wir, die Zuschauer. Bei geringeren Zuschauerzahlen als 800.000 wird nämlich meist rigoros abgesetzt. Wir können uns also ein- und damit mitmischen in der Programmvielfalt.

Schluss mit Peinlichkeits- und Trash-TV

Wohin man auch zappt, überall bei den Privaten findet man scripted Reality-Formate, die Singles mit Tieren, dämliche Autofahrer, Menschen, die alle peinlicher, einsamer oder unfähiger sind als wir selbst, zeigen. Auch das neue Dating-Format „Daten, Flirten, Lieben“ (Sat1) gilt mit miesen Quoten (nur knapp 700.000 Zuschauer) als abschussgefährdet. Bei Sat.1 möchte man erst mal an dem Format festhalten. Sprecherin Barbara Stefana: „Die Ausstrahlung der nächsten Sendungen ist geplant.“ Medien-Experte Professor Jo Groebel (62) sieht dagegen einen Wandel im Zuschauerverhalten. „Ein Ende des Voyeurismus-TV ist absehbar. Es gibt zu viele ähnliche Formate, das alles haben die Leute schon so oft gesehen. Da ist nichts Neues mehr, da fehlt die zündende Idee.“

RTL-Chef: statt Trash-TV das journalistische Profil schärfen

RTLDer seit Februar im Amt befindliche Senderchef Frank Hoffmann ist noch relativ jung, hat aber schon bald erkennen müssen, dass die Zuschauer scheinbar einen größeren Sinn nach mehr Ernsthaftigkeit im TV entwickeln. In einem Interview mit dem Magazin „Promedia“ äußerte er sich dahin gehend, diesem Wunsch nachkommen und in der Zukunft mehr Sendungen mit journalistischem Profil auf den Sender bringen zu wollen. Dies würden nicht zuletzt jüngere Programmstarts wie „Rach deckt auf“ und „Team Wallraff“ – mit Marktanteilen von knapp 20 Prozent – unter Beweis stellen. Er sieht RTLs, aber auch seinen eigenen Anspruch nach mehr journalistischen Formaten im Programm hier in der Verantwortung. Er begründete weiter: „Da ist es naheliegend, dass wir uns in dem Bereich noch stärker aufstellen wollen. Darüber hinaus passt es auch gut zu uns, da wir der einzige große Privatsender mit klarem journalistischem Profil sind. Angesichts der Millionen Zuschauer, die wir täglich erreichen, haben wir eine gesellschaftliche Verantwortung, die wir gern wahrnehmen“

Trash-TV verprellt den Zuschauer zunehmend

Quotenrückgänge werden also zum Anlass genommen, die Ausrichtung eines Senders zu beeinflussen. Hoffmanns Resümee, neben Unterhaltungsformaten auch gesellschaftliche Themen zu beleuchten, um bei wachsender Medienvielfalt an Relevanz zu behalten, kann man nur begrüßen. Zumindest das Image RTLs dürfte von einer solchen Neuausrichtung profitieren und dabei ein wichtiger Schritt sein, um den Sender auf Erfolgskurs zu halten.

Was bedeutet diese Umkehr bei den Sendern für Promi Big Brother oder noch besser, für eine normale Staffel von Big Brother. Fällt der große Bruder aus Sendermeinung auch unter „Trash“? Wir wehren uns entschieden dagegen, möchten wir doch zu den Ursprüngen zurück und das war alles andere als Trash.

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