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Promi Big Brother 2013

Pro & Contra einer Fortsetzung von „Big Brother“

Die Redakteure von quotenmeter.de Glenn Riedmeier und Manuel Weis machten sich Gedanken über eine Fortsetzung der Big Brother-Staffeln. Soll RTL II an dem Format festhalten oder lieber darauf verzichten?
Gedanken von Glenn Riedmeier, welche für eine Fortsetzung sprechen:
Er spricht von gemischten Gefühlen beim Rückblick auf die 11. Staffel „The Secret“. Anfänglich klang das Konzept sehr reizvoll und auch die Mischung der Bewohner wirkte auf ihn sehr vielversprechend. Glenn Riemeier betonte jedoch auch, dass die Häufung der Kandidaten, welche schon von diversen anderen Formaten wie „DSDS“, „Das perfekte Dinner“ oder „taff“ bekannt waren, zu Unmut geführt hatte. „In den ersten Wochen wurde die Staffel vor allem durch die schillernden Bewohner selbst, wie etwa Valencia, Ingrid, Cosimo, Jordan, David und ihren Konflikten getragen. Der große Bruder hielt sich dabei auffallend zurück – zu sehr, wie sich später zeigen sollte. Denn es kam was kommen musste, und wie bereits in vergangenen Staffeln verließ ein Großteil der polarisierenden, unterhaltsamen Kandidaten viel zu schnell das Haus. „Big Brother“ erkannte die Gefahr allerdings nicht und verlängere um einen Monat.“
Weiterhin stellte Riedmeier fest, dass durch erneute Auszüge zum Schluss der Staffel nur noch ein paar Bewohner im Haus waren und dabei handelte es sich um jene, die sich durch ihre konfliktscheue Art und neutrale Art durch die bisherige Staffel gemogelt hatten. Alles war zu harmonisch geworden und langweilte die Zuschauer, dadurch fielen die Quoten immer mehr in den Keller. Nun war Handeln angesagt und Big Brother setzte Fanwünsche um, der Drillinstructor kam wieder, Ex-Bewohner konnten durch Zuschauervoting wieder ins Haus gewählt werden und beliebte Matches wurden aus dem Schubladen geholt, Beispiel „Touch the Car“. Leider wurde dies unbefriedigend umgesetzt, die Zuschauer erkannten dennoch den guten Willen. Big Brother legte sich noch einmal ins Zeug und die Finalshow war „unterhaltsam gestaltet wie seit Jahren nicht mehr“.
Glenn Riedmeier meinte, die Macher der Reality-Show hätten das Problem erkannt, nur viel zu spät. Zu diesem Zeitpunkt waren schon zu viele der Stammzuschauer abgesprungen. Er schlägt vor, dass bei einer „hoffentlich“ kommenden die Devise lauten sollte: „Neben einem guten Casting ist es wichtig, von Anfang an spannende, unterhaltsame Aktionen und regelmäßige, abwechslungsreiche Matches für Bewohner und Zuschauer zu bieten. Eine Rückkehr zum Konzept der zwei bzw. drei Wohnbereiche ist unbedingt anzuraten. Dadurch besteht konsequenter Neid und fortlaufendes Konfliktpotential.“
Dazu möchte Riedmeier weg vom Raus-Voting, zurück zum Postiv-Voting, die Frage sollte sein, wer im Haus verbleiben soll. Auch sollte dem Zuschauerwunsch nachgegeben werden nach einer längeren Staffel von mindestens sechs Monaten. Dies würde sicherstellen, dass Kandidaten gefunden werden, welche das Format nicht nur als Karriereschub betrachten, sondern sich ernstlich für Big Brother interessieren.
Zum Abschluss noch ein Satz zur Zukunft: „Im TV-Format «Big Brother» steckt noch viel Potential, das nicht umsonst in zahlreichen weiteren Ländern immer noch auf Sendung ist. Man muss es lediglich wieder besser umsetzen und zurück auf den richtigen Kurs bringen. Treue Stammzuschauer sind hierfür gute Ansprechpartner, was Endemol allmählich zu realisieren scheint.“

Gedanken, welche gegen eine Fortsetzung sprechen von Manuel Weis:
Zitat: „Wer «Big Brother» in Deutschland elf Jahre lang verfolgt hat, dem blutet in diesem Spätsommer das Herz. Was die Macher aus der einst so kultigen Reality-Show gemacht haben, ist kaum mehr zu glauben. Das Regelwerk ist zu Beginn einer Staffel nur dazu da, um vorzugeben, irgendetwas laufe in strukturierten Bahnen – es wird während der Ausstrahlungszeit sowieso umgeworfen, hingebogen und gänzlich außer Kraft gesetzt. Es geht hier nicht darum; härtere Strafen für Bewohner zu fordern, um diese dann bei Minustemperaturen draußen in der Kälte schlottern zu sehen. Es geht um klare Richtlinien, die jedes Spiel auf der Welt braucht. Und «Big Brother» ist ein Spiel.“
Wahre Worte, auch die Zuschauer haben dies wohl schon oft gedacht. Im widerstrebt auch die erneute „Rein-Wahl“ von bereits ausgezogenen Kandidaten oder deren Besuche. Weis kritisiert scharf die Kandidatenauswahl, nennt es ein Versagen der Macher nur Leute auszuwählen, dass die Bild am nächsten Tag Stoff für Artikel hat. Quotentechnisch hätte das sogar funktioniert, doch es scheiterte an der Unlust der Stars und Sternchen, ausgenommen Cosimo. Sie meinten wohl, die Anstrengungen würden genügen und sie hätten ihre Karriere nun genug angeschoben. Übrig blieb ein Haus voll langweiliger Kandidaten, weshalb im August sogar jeden Tag in der Tageszusammenfassung Live-Matches zu sehen waren.

Resümee von Manuel Weis:
„Es geht schwer über die Tastatur – aber die elfte Staffel; und insbesondere die fünfwöchige Verlängerung, hat «Big Brother» erneut an den Abgrund gerückt. Ohne klaren Plan, ohne Strategie und ohne gute Kandidaten (und nein, damit sind keine Ex-Promis oder Erotikstars gemeint) funktioniert die Show nicht. Angesichts immer weiter abfallender Qualität, wäre es nun ein guter Zeitpunkt endgültig „Bye, bye“ zu sagen. Eine zwölfte Staffel würde bei konstanter Entwicklung nämlich sowieso nichts Gutes mit sich bringen.“

Wer letztendlich Recht behält, werden wir spätestens nächstes Jahr erfahren. Wir hoffen, dass es eine weitere Staffel geben wird und sie besser vorbereitet und geleitet wird.

Quelle: quotenmeter.de


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