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Big Brother News

Big Brother – das einzige Erfolgsrezept für RTL II ?

Dass Big Brother seit 10 Jahren das wahrscheinlich erfolgreichste Projekt für RTL II ist, daran hat zu Beginn im Jahr 2001 wohl keiner geglaubt. Kaum ein anderes Projekt prägte den Sender so sehr, wie die beliebteste TV-WG Deutschlands. Elf Staffeln, etliche Kandidaten und mehrere Hundertausend Euro Gewinn pro Staffel hat es seit dem Jahr 2000 gegeben und schon oft stand die Zukunft der Sendung auf der Kippe.
Mal war „Big Brother“ der ganze Stolz des Senders, mal eher das ungeliebte Stiefkind, zu dessen Ausstrahlung man mehr oder weniger gezwungen ist. Durch immer neue Ballermann-Reportagen kam RTL II vom „Schmuddelimage“ nicht wirklich weg. Durch Wissenmagazine wie „Welt der Wunder“, welches von Pro 7 zu RTL II wechselte, versucht RTL II auch in anderen Kategorien beim Publikum zu punkten. Allerdings gab es auch Trash-Dokus wie „Das Tier in mir“ und „Abenteuer Afrika“ zu sehen, die am Ende sogar den Verantwortlichen von RTL II als zu peinlich erachtet wurden.
Dass diese Sendungen vom Publikum verschmäht wurden, brachte RTL II wohl auch zum Umdenken. „RTL II stärkt das Qualitätsmanagement“, hieß es im August 2010 in einer Pressemitteilung, die scheinbar nebenbei den Rauswurf der damalige Unterhaltungschefin Julia Nicolas erklärte. Sie wurde für die damaligen Misserfolge alleine verantwortlich gemacht. „Wir legen Wert darauf, dass RTL II als ein Sender wahrgenommen wird, der Unterhaltung und innovative, auch kontroverse Formate mit einem Gespür für Mitgefühl und gesellschaftliche Verantwortung verbindet“, ließ Geschäftsführer Jochen Starke damals wissen. „Unser neues Qualitätsmanagement wird uns dabei helfen, dieses Bewusstsein im Programm täglich erlebbar zu machen.“ Eine der ersten Maßnahmen war der sehr kurzfristige Start der Reihe „Tatort Internet – Schützt endlich unsere Kinder“ mit Stephanie zu Guttenberg. Die Sendung war eine Art Täterjagd im Fernsehen, die dem Sender zumindest viel öffentliche Aufmerksamkeit einbrachte, wenngleich die Quoten zuletzt eher ins Mittelmaß rutschten.
Auch mit diversen Serien versuchte RTL II schon über mehrere Jahre, das Image aufzupolieren. Sieht man vom Erfolg der Serie „Stargate“ mal ab, so ist dieser Versuch in diesem Bereich sozusagen missglückt. Von „Heros“, mit einem Spitzenstart von mehr als drei Millionen Zuschauern, bis „Smallville“ oder „24“, der Sender wurde trotz toller Programmierung nicht glücklich damit. Die Kernkompetenz von RTL II scheinen die Zuschauer wohl eher in eigenproduzierten Dokusoaps zu sehen, so zählt „Frauentausch“ seit nunmehr acht Jahren zu den größten Erfolgen des Senders, auch „Zuhause im Glück“ oder „Die Kochprofis“ sind seit Jahren fester Bestandteil des Programms von RTL II und besitzen einen festen Zuschauerstamm. Nur am Vorabend scheint man noch immer kein Erfolgsrezept gefunden zu haben. Zu Sendezeiten, wo sonst die Tageszusammenfassung der aktuellen Big Brother-Staffel läuft, werden die Helpshow „Der Requardt“, die „Familienduell“-Neuauflage „5 gegen 5“ mit Oli P. und die Doku „Freunde und Helfer“ gezeigt. Das sind nur einige wenige Beispiele für Formate, die RTL II in den vergangenen Jahren ohne jeglichen Erfolg in der „Big Brother“-freien Zeit am Vorabend ausprobierte.
Ganz ohne den großen Bruder, so hat man den Eindruck, geht es bei RTL II wohl doch nicht. Und so wird man sich in Grünwald sehr wahrscheinlich auch in naher Zukunft an einem Spagat probieren. Ein Spagat zwischen den Erwartungen der Zuschauer und den eigenen, oft höheren Ansprüchen.

Quelle: dwdl.de

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