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BBfun-Staffelrückblick – Klaus

Eigentlich wollten wir euch an dieser Stelle nur die fünf Finalisten von Big Brother 10 vorstellen. Aber kann es einen Staffelrückblick geben ohne den Bewohner, der die Jubiläumsstaffel geprägt hat wie kein anderer, also quasi DAS Gesicht der bald endenden Ausgabe von Big Brother 2010? Wir meinen nein, und deshalb kommt hier nun außer der Reihe ein Rückblick auf 195 bewegende Tage des Bewohners, der die Massen – die einen positiv, die anderen eher negativ – in seinen Bann zog.

Klaus‘ Aufenthalt bei Big Brother 10

Unvergessen ist für viele bestimmt noch der etwas andere Einzug von Klaus dem selbst ernannten Womanizer aus Reutlingen am 18. Januar. Nachdem er die Bewohner des Messie-Bereiches zuvor in sechs Oscar-verdächtigen Auftritten als studierender Sonderpädagoge Thomas, selbstständiger Versicherungsvertreter Manfred (Manni), arbeitsloser Punk Volker (Bazille), Pornodarsteller Klaus, Handyverkäufer und Bodybuilder Stefan oder zu guter Letzt als Extremsportler Michi aus Nürnberg bei einem Dating in the Dark an der Nase herumführte, entschieden sich die Bewohner des Messie-Bereiches letztendlich für Klaus – und den sollten sie nun auch bekommen.
Dass sich gerade Uwe und Kristina mächtig ins Zeug legten, um ihre Mitbewohner bei der 99-Sekunden-Abstimmung von Klaus zu überzeugen, entbehrt nach heutigem Wissensstand nicht einer gewissen Ironie. So trat dann der Reutlinger die Nachfolge von Pisei, welche nach ihrer Rauswahl in den Luxus-Bereich wechselte, an und verstand sich auf Anhieb gut mit Uwe. Die beiden trainierten oft zusammen und auch die sexuellen Erfahrungen des Re-Callboys interessierten den Hamburger sehr. Schon am ersten Abend zeigte Klaus, dass er bereit war, sein Vorhaben, Sex im Big-Brother-Haus zu haben, in die Tat umzusetzen. Aber seine nächtlichen Annäherungsversuche bei Cora wurden von dem sonst so freizügigen Erotiksternchen vehement abgeblockt.
In den restlichen Tagen im Messie-Bereich zeigte Klaus bei der Gewindestangenaufgabe zum ersten Mal seinen Ehrgeiz und auch seinen unbedingten Willen zu gewinnen.
Am 22. Januar war es dann auch für Klaus so weit, und er durfte nach einem verlorenen Fake-Match in das eigentliche Big Brother-Haus umziehen. Dort galt es nun erst mal, mit einigen Vorurteilen seiner neuen Mitbewohner ihm gegenüber aufzuräumen. Dies gelang dem charismatischen Schwaben auch ganz gut und schnell waren die Horrorgeschichten, vor allem von Cora und Iris, aus der Welt geschaffen. Hauptsächlich Harald und Carlos freuten sich über den ordnungsliebenden Neuzugang, der ihnen fortan im Haushalt eine große Hilfe war. Auch die anfängliche Angst von Harald, der Klaus bei den Einspielern aus dem Messie-Bereich als aggressiv und gefährlich einschätzte, war schnell vergessen.
Seinen ersten Auftritt in der Whitebox hatte Klaus am 02. Februar im Rahmen eines Matches während der Live-Show und stellte auch gleich mal seinen Teamgeist unter Beweis, indem er sich selbst zur Strafe für eine nicht bestandene Runde in den Strafbereich schickte. Dort sollte er in der Zukunft mehr Zeit verbringen als ihm lieb sein konnte. Zurück aus dem kalten Garten zeigte der damals noch 32-Jährige auch gleich erstmals seine Krallen und hatte den ersten handfesten Streit mit Uwe, den die beiden dann aber wie unter Männern üblich mit einer Entschuldigung und einem Handschlag beendeten. Am gleichen Tag mittags wurde Klaus zum ersten Hühnerbeauftragten der diesjährigen Staffel ernannt. Diese Aufgabe hatte der äußerst tierliebe Schwabe stets mit großer Fürsorge und Gewissenhaftigkeit erfüllt.
Trotz allem Einsatz für die Gruppe verlor der Erotikdarsteller aber nicht sein Ziel, Sex im Haus zu haben, aus dem Auge und es kam zu ersten Zärtlichkeiten zwischen ihm und Sabrina. Doch der Reutlinger ließ keine Frage aufkommen, dass für ihn außer Sex nicht mehr in Frage käme. Das war der Beginn einer Hassliebe zwischen den beiden, die zum Schluss in unüberwindbarer Abneigung endete, welche Klaus sogar dazu brachte, sich nicht von Sabrina bei deren Auszug zu verabschieden.
So wie es Klaus sich fortan mit fast jedem Bewohner verscherzte, weil er als einziger Partei für Iris ergriff, welche sich Anfeindungen der ganzen Gruppe, angeführt durch Harald, erwehren musste. Hier legte der Schwabe wahrscheinlich auch den Grundstein für seine enorme Beliebtheit bei den Zuschauern. Diese brachte ihm immerhin zwei mit deutlichem Vorsprung gewonnene Schutzvotings, den Sieg beim BB-Songcontest und sechs überstandene Nominierungen ein. Dabei gelang es ihm immer wieder, den von ihm gewünschten Bewohner aus dem Spiel zu kegeln. Zuerst mussten Harald und Pluto dran glauben und danach dann auch noch Carlos als Rache für Iris und für sein unmögliches Verhalten nach dem Auszug seines Ehemanns Harald.
Auch in der Folge schaffte es der mittlerweile einsame Wolf immer wieder, allein schon durch reines Nominieren, seinen Fans ein Zeichen zu geben, wer unbedingt das Haus verlassen müsse. Mit ein Grund war hier auch, dass Klaus in Form von Selbstgesprächen, später dann auch in Zwiegesprächen mit der Stoffpuppe Hans, eine in dieser Form noch nie da gewesene Kommunikation zu seinen Fans führte. Ähnliches gab es zwar schon in den vergangenen Staffeln immer wieder mal, aber noch nie in solch einer Qualität und Regelmäßigkeit. Auch, dass er sich erneut, nach einem kurzen Abstecher zu der Atzen-Gang aus dem roten Schlafzimmer, wieder auf die Seite einer bei den Mitspielern eher unbeliebten Bewohnerin Aleksandra stellte, ließ seine Fanbase immer weiter anwachsen. Diese verzieh ihm sogar solche peinlichen Ausrutscher wie die Kissenaffäre oder auch sonstige immer wieder vorkommende verbale Entgleisungen gegenüber seinen Mitbewohnern.
Klaus war in jeder Beziehung einmalig in der Big Brother-Geschichte und dürfte auch der bisher erste und einzige Bewohner sein, der während einer Live-Show im Strafbereich verweilen musste. Der Abend des 17. Mai sollte für Klaus einer der traurigsten Momente, neben der Nachricht vom Tod seines Hundes Mini, während seines Aufenthaltes bei Big Brother 2010 werden. Denn schließlich musste erstmals nicht der von ihm nominierte Bewohner, in diesem Fall Lilly, sondern seine noch einzig verbliebene Verbündete Aleksandra das Haus verlassen.
Nun völlig allein im Haus zurück geblieben, näherte er sich in den darauf folgenden Tagen immer mehr Timo und Katrin an und die drei bildeten als Gegenpol zur „La Famiglia“ die „TKKG“. Höhepunkt dieser Fehde war das mysteriöse Buchstabenspiel, welches die Bewohner eine Woche lang in Atem hielt. Doch auch diese Zweckgemeinschaft war nicht von langer Dauer und schnell wurden Katrin und Timo neben den noch im Haus verbliebenen Mitgliedern der „La Famiglia“ zu Klaus‘ ärgsten Gegnern im Kampf um die 250.000 Euro.
Zum Schluss hin hatte er nur noch die beiden neu Eingezogenen Anne und Marc als Verbündete im Haus. Trotzdem gelang es ihm mit Sabrina, Daniel, Kristina und zuletzt Jenny alle „Familien“-Mitglieder aus dem Spiel zu kegeln. Katrin musste ebenfalls nach einem Duell mit der 65-jährigen Anne, die den Schutz der Klaus-Fans im Rücken hatte, das Haus verlassen. Seine Mitbewohner konnten sich nie sicher sein, was sie von dem teils eigenwilligen Schwaben zu erwarten hatten. So war Klaus immer wieder für Showeinlagen gut, ob es nun seine immer durchdachten Mottos zur Live-Show (z.B. „Masse statt Klasse„) oder sein legendärer Auftritt als Moderator Günter waren.
Ein bitterer Moment war auch der Abend des 12. Juli, als Klaus mit ansehen musste, wie zwei seiner ärgsten Gegner, Kristina und Timo, in ein Duell um den direkten Finaleinzug antraten. Lieber wäre es dem Chefstrategen natürlich gewesen, selbst eine Woche im Strafbereich um das goldene Finalticket zu kämpfen. So musste er, zur Tatenlosigkeit verdonnert, den direkten Finaleinzug von Timo eine Woche später hinnehmen. Nun hatte Klaus keine Gelegenheit, den blauäugigen Moerser noch vor dem Finale aus dem Haus zu kicken. Dass Klaus selbst ins Finale kommen würde, daran zweifelte eigentlich niemand. Selbst seine ärgsten Feinde Jenny, Robert und Timo waren sich sicher, dass der Reutlinger eine feste Größe im Finale sein würde. Umso größer war dann die Überraschung bei Manuela und die Fassungslosigkeit sowie Bestürzung bei Anne, Marc und allen Klaus-Anhängern, als der Große Bruder am Abend des 02. August nach einem schier endlos erscheinenden Statement erklärte, dass Klaus von den Zuschauern als nicht finalwürdig bestimmt wurde und das Haus eine Woche vor dem großen Finale verlassen müsse.
Klaus selbst nahm die Entscheidung eher ruhig auf, und man hatte die Vermutung, dass er damit rechnete, dass die „verflixte siebte Nominierung“ ihm zum Verhängnis werden würde. So musste er den Traum vom Gewinn der Jubiläumsstaffel, nach einem sehr fragwürdigen Telefonvoting begraben und sich mit dem von seinen Fans verliehenen Titel „Gewinner der Herzen“ begnügen. Eines ist aber sicher, nämlich dass Klaus zweifellos als der polarisierendste Bewohner in die Annalen der Big Brother-Geschichte eingehen wird.

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