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Promi Big Brother 2016 Kampagne

© Sat.1

Promi Big Brother in den Startlöchern: Wo ist der Hype?

In einer Woche wird der Start von Promi Big Brother 2016 bereits Teil der Vergangenheit sein. Entsprechend groß sollte bereits die Vorfreude um die neue Staffel im Netz sein. Doch bislang ist von einer großen Euphorie noch nichts spüren. Daran ist auch Sat.1 Schuld.

„Es wurde noch nie so viel falsch spekuliert wie in dieser Staffel“, erklärte jüngst Désirée Nick als neue Co-Moderatorin von Jochen Schropp in den Promi Big Brother Live-Shows in Sat.1 zu den diesjährigen Kandidaten-Gerüchten gegenüber T-Online. „Sehr viele Namen bei diesen Spekulationen waren falsch. Viel mehr, als je zuvor. Die Medien liegen ja oft richtig, aber diesmal waren über die Hälfte aller Namen falsch.“

Big Brother-Bewohner sollten vorab veröffentlicht werden

Bei Sat.1 wird man sich sicher freuen, dass man das Geheimnis um die Promi Big Brother 2016-Kandidaten tatsächlich geheim halten konnte, während bei der RTL-Konkurrenz alle Jahre wieder recht früh bekannt ist, welche Pleite-Promis in den australischen Urwald fliegen. Dabei ist das eigentlich alles andere als ein Grund zur Freude, denn frühzeitig in der Presse bekannt gegebene Kandidaten sind nichts weniger als die beste Werbekampagne für ein solches Promi-Format. Es macht die Sendung zu einem Gesprächsthema schon lange bevor die ersten 0815-Werbeplakate in Städten und Zeitschriften auf das Startdatum hinweisen.

In diesem Jahr hat die Bild-Zeitung sogar besonders früh damit begonnen, erste Teilnehmer bekannt zu geben und das Dschungelcamp damit fünf Monate vor Ausstrahlung bereits zu einem Gesprächsthema zu machen – ganz ohne inhaltlich schwächeren Sommerableger. Für Sat.1 ist das doppelt bitter: Die Kölner Konkurrenz klaut nicht nur dem großen Bruder die Aufmerksamkeit, sondern verpasst ihm noch einen linken Haken. Kein Bericht ging ohne den Hinweis online, dass es sich bei den bekanntgewordenen Namen eigentlich um Promi BB-Kandidaten handelt, die von RTL aber mit größeren Summen weggekauft worden sind. 2:0 für Australien im Kampf der Promiformate.

Zuschauer wollen eigene Themen diskutieren

Nun ist es natürlich nicht so, dass nicht auch Sat.1 versuchen würde, etwas die Werbetrommel zu rühren. So laufen im Programm des Senders Trailer, die einen sexy VIP-Bereich und eine rattenverseuchte Kanalisation versprechen. Zudem werden gepackte Koffer präsentiert, ohne freilich zu verraten, zu wem dieser gehört. Der erste Bewohner wird darüber hinaus nur dann verraten, wenn eine entsprechende Seite oft genug in den sozialen Medien geteilt wird. Das mag zwar nett sein, um Starttermine zu kommunizieren. Doch eine große Diskussion wird das nicht in Gang bringen. Gerade so kurz vor Sendestart wird nur eine Minderheit sich den Kopf darüber zerbrechen, wem die verschrenkten Arme gehören oder welche Bewohnerin sich pinke Lackschuhe einpackt. Eine Bestätigung für die Vermutungen würde man ja ohnehin nicht oder nur sehr mühsam bekommen.

Da kann man aber auch gleich die Einzugsshow schauen – oder falls man sich nur für die Bewohner interessiert: Sie im Internet nachlesen. Entsprechend klein dürfte das Zuschauerplus sein, das man durch das Zurückhalten von Informationen generiert. Im Gegenteil: Dadurch, dass man Zuschauer nur bestimmte Infohäppchen liefert und so eigenständige Diskussionen letzte unterbindet, verpasst man die Chance, den großen Bruder vom Internet ganz ohne Werbebudget zum „Talk of Town“ machen zu lassen. Gerade bei Big Brother entscheiden die Zuschauer über die Themen, die sie besprechen möchten.

Werbekampagne verhagelt nicht die Quoten

Dass die  Promi BB-Werbemaschinere in diesem Jahr schleppend läuft, muss am Ende des Tages nicht bedeuten, dass die Staffel keinen Erfolg haben wird. Schon im letzten Jahr wurden Bewohner nur spärlich vorab bekanntgegeben und erst in den letzten Tagen vor Start begann Sat.1 damit, einzelne Bewohner und einzelne Teile des Hauses im Web zu zeigen. Im Fernsehen gab es zudem einen nüchternen, wenn auch ehrlichen Trailer, in dem ein tänzelnder Hausmeister die Fortsetzung des bekannten „oben gegen unten“-Konzeptes ankündigte. Aus Quotensicht hat diese doch eher lahme Werbekampagne dem Format nicht geschadet. Doch die Frage bleibt: Wie viel wäre mit einer ordentlichen Werbestrategie drin gewesen?

Aber immerhin eine kleine Gruppe wird sich über die diesjährige Kampagne mit den gepackten Koffern freuen: der britische Big Brother-Sender Channel 5, der sie für die diesjährige Sommer-Promistaffel erfunden hat:

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