Header image
BBfun-Sprechzimmer

Großer Bruder, alter Schwede – die BBfun-Kolumne (I)

Langjährigen Big Brother-Fans ist der Nachtfalke von Tele5 nach wie vor ein Begriff. Bis heute bleiben die bissigen Kommentare und humorvollen Analysen der Moderatoren unerreicht. Besonders prägend für diese Zeit war der alte Schwede, der meist an der Seite von Jochen Bendel durch die Sendung führte und sich bei den Fans einen Namen als BB-Experte machte. Auch nach dem Ende des Nachtfalken blieb er der Sendung treu und verfolgte sie bis heute – und ab heute liefert er die Fans in seiner neuen, wöchentlich erscheinenden BBfun-Kolumne „Großer Bruder, alter Schwede!“ wieder all das, wofür sie den Nachtfalken liebten: klare Worte, ungeschönte Meinungen und eine ordentliche Portion Humor. Daher wollen wir von BBfun nicht mehr lange fackeln und präsentieren euch daher direkt die erste Ausgabe:

Bild

Jetzt läuft sie schon eine Woche, die 11. Staffel von Big Brother Deutschland. Und wie jedes Jahr gab es während der Einzugsshow die gleichen Kommentare über die neuen Bewohner. In Internet-Foren, im Freundeskreis oder sogar in meinem Kopf: „Boah, was für ne Asi-Truppe!“, „So schlimm war’s noch nie!“, „Hilfe, ich bin blind!“ oder „Menschlicher Müll von Feinsten!“.
Und die bösen, so gar nicht politisch korrekten Spitznamen sind für jeden Einzelnen auch schnell gefunden: Lispellippe, Fummeltranse, Läusemutterschiff, Analfistel-Stimme, Busen-Barbie, Leder-Mutti, Enrique Iglesias für Arme, Ost-Bratwurst usw. usw.
Und dann gibt es natürlich noch den totalen Casting-Super-GAU: Quasimodo, der Spacker vom Neckar. Der Typ, der es geschafft hat, dass neben ihm sogar Dieter Bohlen sympathisch und intelligent wirkt. Und das soll ich mir 100 Tage lang antun? Oh ja! Und zwar mit Freuden!
Denn während die restliche Medienszene in Deutschland das erfolgreichste Reality-Format der Welt wie immer mit Verachtung oder Ignoranz straft, erwartet den, der sich auf das Abenteuer „Big Brother“ einlässt, eine angenehme Überraschung. Nach ein paar Tagen nämlich, wenn die Fassade der Selbstdarsteller und Schauspieler bröckelt, entdeckt man plötzlich die Menschen hinter den oberflächlichen Abziehbildchen. Und was man da für neue Erkenntnisse gewinnen kann, ist erstaunlich: Das blonde Busenwunder ist ja gar nicht so blöd, wie sie zuerst wirkte, die DSDS-Loserin hat richtig Herz und der selbsternannte „Checker“ ist ein gar nicht so übler Typ, auch wenn er sich etwas seltsam ausdrückt.
Denn auch wenn BB-Bewohner meistens einer eher homogenen sozialen Schicht angehören, so ist „Big Brother“ wohl trotzdem die TV-Sendung, die das wahre Leben am besten widerspiegelt. Und genau, wie du im wahren Leben deine Mitmenschen wahrnimmst, nimmst du nach einer Weile auch die Bewohner wahr: Die einen magst du, die anderen hasst du. Die einen bringen dich zum Lachen, die anderen nerven dich. Die einen widern dich an, die anderen machen dich geil.

Ich jedenfalls freue mich auf die nächsten Wochen Big Brother mit den neuen Bewohnern. Denn Big Brother-Bewohner sind ein bisschen wie behinderte Stiefkinder: Anstrengend, gewöhnungsbedürftig und dennoch liebenswert. Und ich liebe sie alle! Naja, fast alle.

Der Schwede

Gefällt dir der Artikel? Teile ihn in den sozialen Netzwerken!



Mehr zu diesem Thema

Themen dieser Meldung

Deine Meinung zählt!

Kommentare