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BBfun-Sprechzimmer

Big Brother USA gegen den Rest der (BB-)Welt

Die 14. Staffel von Big Brother USA mag zwar vorbei sein, doch noch gibt es ein paar Themen zu besprechen. Die US-Variante von Big Brother spaltet die BB-Fans wie keine andere. Die einen lieben es, die anderen hassen es. Oft liest man, dass sich BB USA nur noch den Namen mit dem „richtigen“ Big Brother teilt und es sonst keine Gemeinsamkeiten gäbe. Ich sage allerdings: Big Brother USA ist sehr wohl noch ein Big Brother – und vielleicht sogar noch immer näher an der Ursprungsidee als viele andere internationale Staffeln. Hier die Gründe:

Vor allem bei unserer zehnten Staffel hat man bei Diskussionen um Klaus ein Argument besonders häufig gehört: Big Brother sei ein Spiel. Das haben schon Jürgen, Zlatko und Co. in ihrer ersten Staffel gesagt. Und welches Big Brother wird wohl mehr gespielt als Big Brother USA, wo die Bewohner sich auch gerne gegenseitig als Player bezeichnen und sich in guter, alter „Mensch ärgere dich nicht“-Manier selbst aus dem Haus kicken?

Big Brother ist aber nicht nur ein Spiel, sondern auch ein Experiment. Okay, heute wird das vielleicht nicht mehr ganz so oft wie damals gesagt. Vielleicht liegt das auch einfach daran, dass es auch kein Experiment mehr ist. Wir wissen, dass Leute 100 Tage im Haus verbringen können. Wir wissen auch, dass sie es dort 365 Tage aushalten können. Wir wissen, dass manche Bewohner nicht klar kommen und sich anschnautzen werden. Wir wissen nur nicht, wie es genau ablaufen wird. Bei BB USA ist der Experiment-Charakter noch stärker da, weil die Bewohner nicht nur gemeinsam leben, sondern auch in für sie wirklich neue Positionen gesteckt werden. Sie erhalten als HoH Macht, können das Schicksal ihrer Mitbewohner bestimmen. Das ist etwas, was wir im realen Leben nicht zu sehen bekommen. Aber zugegeben: ganz überraschend ist auch dieses Experiment nach 13 Staffeln, die diesem Prinzip gefolgt sind, nicht mehr unbedingt.

Manche BB-Fans bemängeln auch, dass die Bewohner bei Big Brother USA nicht immer echt sind und beispielsweise schon in den ersten Stunden nach dem Einzug ihre Mitbewohner anlügen. Das stimmt in der Tat, aber ist in meinen Augen nicht wirklich ein Problem. Bewohner, die nicht immer die Wahrheit erzählen, haben wir auch in anderen Ländern. In manchen Ländern fordert sogar Big Brother seine Bewohner auf, den neuen Mitbewohnern frech ins Gesicht zu lügen (man denke hier nur an die geheimen Challenges aus Big Brother – Das Dorf). Letztlich ist es aber in jedem Fall immer transparent für die Zuschauer gestaltet. Wenn jemand seine Bewohner anflunkert, in der Hoffnung dass sie ihm beim Spiel Big Brother unterschätzen, dann wird das durch eine Sequenz aus dem Sprechzimmer ergänzt, indem der Bewohner den Schritt erklärt. Dadurch sehen wir auch andere Seiten der Teilnehmer, die wir vielleicht nicht gesehen hätten: Wer nutzt welche Mittel, um weiter zu kommen? Da wären wir also wieder beim psychologischen Experiment. Zudem können die Bewohner wie auch hierzulande im Livestream auch von ihrer normalen Seite abseits des Spiels kennen gelernt werden.

Und letztlich kann es sich auch für die Bewohner bei Big Brother USA rächen, wenn sie nur strategisch spielen. Denn auch wenn es gerne behauptet wird: BBUSA ist nicht nur ein strategisches Spiel, es hat auch noch ein großes soziales Element – social game, wie die Houseguests sagen. Die vor einer Woche zu Ende gegangene Staffel hat das eindrucksvoll bewiesen. Dan war im Haus so sehr beschäftigt, einem nach dem anderen Messer in den Rücken zu rammen ohne dabei zu bedenken, dass die Leute, die er hintergeht, über Sieg und Niederlage entscheiden werden. Denn es gibt keine Regel für die Jury der Ex-Bewohner, den besten Strategiespieler zu wählen. Die Jury kann die Kriterien selbst entscheiden. In der Regel fallen dabei drei Punkte ins Gewicht: das soziale Element, das strategische Spiel und das Abschneiden bei den Competitions.

Letztlich ist es daher auch gerecht, dass Dan verloren hat. Der beste Spieler aller Zeiten ist eben wohl doch nicht der beste Spieler, wenn er seine Mitbewohner nicht einschätzen kann und nicht mitbedenkt, dass sie sich rächen kann. Davon abgesehen hat er aber trotzdem nicht das beste Spiel geliefert. Dan’s Funeral war zwar TV-Gold, hat ihn den Arsch gerettet und war ein strategisch absolut geschichter Schachzug, aber seine Allianz zu verraten war nun nicht unbedingt eine strategische Meisterleistung. Davon abgesehen hat er sich in seinem Spiel auch so viele Fehler erlaubt, dass sich das wieder ausgleicht. Es war unsinnig, Janelle so früh aus dem Haus werfen zu lassen, immerhin wäre das wohl eine sichere Stimme für ihn gewesen. Sich von Danielle ausreden zu lassen, Shane in der Double Eviction rauszuwerfen war idiotisch und dann auch noch gegen Ian statt Shane antreten zu wollen war wohl letztlich der letzte Messerstich in seinen eigenen Rücken. Vielleicht hätte er Teil 1 der letzten HoH Competition dann nicht gewonnen, Teil 2 und Teil 3 vielleicht aber schon. Als er dann beim Finale auch noch die Jury auf so erbärmliche Weise eingeschleimt hat, war vermutlich mit dem Treten seiner eigenen Leiche gleichzusetzen. Ich mag Dan, aber ich glaube, er profitierte in dieser Staffel stark von seinem wesentlich besseren Spiel aus Staffel 10.

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