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BBfun-Sprechzimmer
Big Brother 2015 Logo sixx

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Tops und Flops: Das Gastspiel des gro├čen Bruders bei sixx

Das war's: 92 Tage Big Brother bei sixx sind vorbei. Doch anders als im BB-Haus bleiben bei BBfun.de die Lichter an, so dass Autor Christian auch nach dieser Staffel wieder sein pers├Ânliches Fazit im Sprechzimmer ziehen kann.

Es war vermutlich die ├ťberraschung schlechthin, als sixx Anfang des Jahres die R├╝ckkehr von Big Brother ÔÇô in der regul├Ąren Variante ÔÇô ank├╝ndigte. Allein f├╝r den Mut, solch ein gro├čes Projekt in der Sparte stemmen zu wollen, geb├╝hrt dem Sender Respekt und auch der Dank der Big Brother-Fans. Schlie├člich w├╝nschten sie sich nichts mehr, als eine neue Normalo-Staffel. Lob, Gl├╝ckw├╝nsche und Danksagungen gab es nach der Ank├╝ndigung auch in der Tat, doch je mehr wir uns dem Staffelstart n├Ąherten, desto mehr versiegten die positiven Stimmen. Bewohner mit ausreichend Kameraerfahrung erz├╝rnten zahlreiche Fans genauso wie die Ank├╝ndigung, dass Matches nur noch eine untergeordnete Rolle spielen und ein Matchfield entsprechend nicht zur Ausstattung des neuen Big Brother-Hauses geh├Ârt. Das war eine au├čerordentlich gewagte Entscheidung, gibt es doch nicht wenige Zuschauer, die die Bewohner am liebsten leiden oder zumindest am Rande ihrer k├Ârperlichen Kr├Ąfte sehen.

Ich w├╝rde mich jedoch nicht zu dieser Gruppe z├Ąhlen. Pers├Ânlich bevorzuge ich n├Ąmlich nicht die langen Staffeln, die mit zahlreichen, st├Ąndig wechselnden Gimmicks und nicht enden wollenden Neueinz├╝gen vollgepackt sind und die irgendwelche Stunts ├╝ber die zwischenmenschlichen Beziehungen stellen. F├╝r mich gleicht eine besonders elegante Big Brother-Staffel viel mehr dem kleinen Schwarzen: kurz, einfach gehalten, klassisch und unvergesslich.

Big Brother 2015 – oder Promi Big Brother Light?

Nun versteht mich nicht falsch: Bewohner, die bereits im Fernsehen zu sehen waren und Big Brother lediglich als Chance begreifen, ihr Gesicht einmal mehr in eine Kamera zu halten, sind durchaus ├Ąrgerlich. Aber wer schon einmal im Fernsehen zu sehen war, ist deswegen kein schlechterer Bewohner ÔÇô besonders dann nicht, wenn man nach einem Jahr ohne Google nicht mehr wei├č, wo sie ├╝berhaupt zu sehen waren. Ohnehin sind medienerfahrene Bewohner nichts neues. Schon in der ersten Staffel gab es mit Kerstin eine angehende Schauspielerin, die beispielsweise im Bergdoktor zu sehen war. Einziger Unterschied zu Atchi: sie hat eine Ausbildung absolviert. Auch Alida Kurras und damit eine Big Brother-Gewinnerin war bereits vor Big Brother im Fernsehen zu sehen, n├Ąmlich als Talkshowgast bei Hans Meiser. Damit unterscheidet sie sich nicht von jenen Bewohnern dieser Staffel, die einmal „Das perfekte Dinner“ kredenzen wollten oder hofften, „Bei Anruf Liebe“ zu finden. Das Internet war damals nur Neuland, so dass es sich nicht so schnell verbreiten konnte, wenn ein Zuschauer einen Bewohner wiedererkennt oder bei Recherche im Netz gefunden hat.

Die f├╝nfte Staffel ÔÇô f├╝r viele Big Brother-Fans die mit Abstand beste Staffel ÔÇô war sogar vollgestopft mit Bewohnern, die medienerfahren waren und teilweise zu den pr├Ągendsten dieser Runde geh├Âren: Model Sascha Sirtl, „Pet of the Year“ Kader Loth, Lausitzluder Nathalie Langer, Soap-Star Frank Fussbroich, Touch├ę-S├Ąnger Karim, Porno-Darsteller Heiko („Sachsen-Paule“), Mister D├╝sseldorf Alessandro. Hinzu kamen Bewohner, die offensichtlich nur wegen einer angestrebten Karriere ins BB-Haus zogen und ÔÇô im Falle von Marckeem ÔÇô den K├╝nstlernamen schon mitbrachten. Gest├Ârt hatte das damals wie heute kaum jemanden. Schlie├člich waren diese medienerfahrenen und kamerageilen Bewohner meistens doch ganz unterhaltsam. Und sie waren sich bewusst, dass Big Brother nicht funktioniert, wenn man nicht auch selbst f├╝r Unterhaltung sorgt.

Big Brother 2015 Bewohner Kandidaten Teilnehmer

(c) sixx/Stefan Menne

Leider kann man dies von vielen der halbwegs TV-bekannten Gestalten der zw├Âlften deutschen BB-Staffel nicht behaupten ÔÇô und ja, jetzt beginnt nach fast 500 W├Ârtern auch endlich die eigentliche Kritik an Big Brother 2015. Nachdem es schon schwerfiel, mit dieser doch speziellen Bewohnermischung warm zu werden, sahen wir zu viele Bewohner, die nur dann Lust auf den gro├čen Bruder hatten, wenn sie Party machen konnten. Zwei besonders schlimme Exemplare waren hier Kevin und Tim. Der eine ist freiwillig gegangen, weil er bei den Zuschauern unbeliebt war, der andere wollte das Urteil der Zuschauer gar nicht erst abwarten. Und zwischendrin beklagten sie sich neben weiteren Bewohnern wie Thomas oder Manuel regelm├Ą├čig, wenn sie sich keinen faulen Lenz machen konnten und sich unter anderem der ohnehin unausweichlichen Kohlsuppendi├Ąt stellen mussten. Das f├╝hrte zu uns├Ąglichen Auszugsdrohungen, die inzwischen kaum ein Fan noch sehen will. Ein h├Ąrteres Durchgreifen seitens des gro├čen Bruders w├Ąre hier tats├Ąchlich einmal w├╝nschenswert.

Die Highlights und Lowlights der ersten sixx-Staffel

Doch es w├Ąre nicht fair, den gesamten Cast schlecht zu reden. Als Hans-Christian noch im Haus war, konnte man sich als Zuschauer immer sicher sein, dass ordentlich die Fetzen fliegen werden. Auch Sharon sorgte regelm├Ą├čig f├╝r Z├╝ndstoff unter den Bewohnern und Fans – mal wegen ihren Br├╝sten, mal wegen ihren Liebeleien, oft wegen ihrem Egoismus. Bei Bianca bekamen die Zuschauer dagegen eine kleine Heldenreise zu sehen. F├╝r viele war sie anfangs eine der schrecklichsten Bewohnerinnen, bei der man am liebsten die Stummschalt-Taste bem├╝ht h├Ątte, sobald sie auch nur einen Mundwinkel verzog. Doch sie erarbeitete sich den Respekt ihrer Mitbewohner und auch der Zuschauer und avancierte beinahe zu einer kleinen, ulkigen Kultbewohnerin. Wirklich Kult geworden ist in dieser Staffel aber wohl niemand, auch wenn sich einige Bewohner┬áwie Maria, Lusy oder Guido als nette Seelen entpuppten. In einem Jahr wird sich einfach keiner mehr an sie erinnern – allenfalls Lusy d├╝rfte┬áals Gewinnerin l├Ąnger im Ged├Ąchtnis bleiben. Aber nur nett zu sein macht einen eben noch nicht zu einem pr├Ągenden Charakter.

Dass es Bianca am Ende nicht ganz zu einer Kultbewohnerin schaffte, hatte sie auch gr├Â├čtenteils selbst verschuldet. Zusammen mit Christian gewann sie 3.000 Euro, die sie anschlie├čend nicht f├╝r Annehmlichkeiten wie pers├Ânliche Fotos und Party f├╝r alle Bewohner ausgeben wollte. Da hat es wohl auch kaum geholfen, dass sie das Geld auch nicht f├╝r ein Finalarmband ausgab. Gerade deswegen war diese Aktion des gro├čen Bruders auch eines der positiven Highlights der Staffel, brachte sie uns doch schlie├člich den wahren Charakter von gleich zwei Personen n├Ąher. Eine lobende Erw├Ąhnung gibt es f├╝r die Finalwoche, bei der den Bewohnern bereits St├╝ck f├╝r St├╝ck das Haus weggenommen wurde. Das wird zwar nicht als unvergesslicher Moment in die BB-Geschichte eingehen, war jedoch einmal etwas anderes als die bisherigen Finalwochen und hielt die Bewohner zum Schluss zumindest etwas┬áauf Trap – etwas,┬ádas in der Staffel oftmals vermisst wurde.

Joker Big Brother 2015

(c) sky / Endemol Shine

Ein eher nutzloses Gimmick blieb hingegen die Neuerung, dass sechs der urspr├╝nglichen zw├Âlf Bewohner einen Joker vom gro├čen Bruder bekamen und damit einer Di├Ątwoche oder einer Nominierung entgehen konnten. Dies sollte wohl zu mehr Strategiespielchen und mehr Taktieren seitens der Bewohner f├╝hren, hatte letztlich jedoch keine relevanten Auswirkungen auf das Verhalten der Bewohner oder das Format ÔÇô weder im positiven noch im negativen.

Gemeinsam durch dick und d├╝nn: Das neue Konzept von BB12

Anders sieht es beim P├Ąrchenkonzept aus, das f├╝r viele gro├če Br├╝der weltweit aktuell „the next big thing“ ist, wenn es darum geht, dem Format frisches Leben einzuhauchen. Dies hatte nicht zuletzt, weil die Teams in den Live-Sendungen mehrfach neu gebildet worden sind, durchaus merkliche Auswirkungen auf die zw├Âlfte Staffel und wird vermutlich das einzige Merkmal sein, an das man sich auch noch in ein paar Jahren erinnern wird. Lob verdienen die Macher f├╝r die Tatsache, dass sie eine eigene Herangehensweise an diesen Twist genutzt haben. Diese hat zwar nicht zu dynamischeren und vor allem strategischen Spielz├╝gen wie in den USA gef├╝hrt, f├╝gte sich aber trotzdem gut in das deutsche BB-Konzept ein.

Meeresfr├╝chte

(c) sixx / Endemol Shine

W├╝nschenswert w├Ąre jedoch gewesen, wenn die Macher bei den Matches st├Ąrker auf das P├Ąrchenthema gesetzt h├Ątten. So h├Ątte ├Âfters gepr├╝ft werden k├Ânnen, wie sehr sich die Teampartner vertrauen oder auch kennen. Einfache Freundschaftstests, bei denen man die Antworten des Partners erraten muss, w├Ąren schon spannender gewesen als Teammitglied 1 Teammitglied 2 irgendwelche Meerestiere in den Schl├╝pfer kippen zu lassen.

Mehr schlecht als recht: Matches in Staffel 12

Matches oder allgemein der Input von Big Brother war ohnehin ein extrem gro├čer Schwachpunkt der Staffel. Nun z├Ąhle ich nicht zu den Fans, die jede Staffel ohne Matchfield bereits vorab schlechtreden oder sehen will, wie Bewohner bei Matches, Challenges oder Drill Instructor-Bewohnern an ihre k├Ârperlichen Grenzen gehen. Doch auch wenn man Bewohner nicht auf Drahtseilen ├╝ber gro├čen Schluchten balancieren l├Ąsst oder sie ├╝ber eine gro├če Sandfl├Ąche scheucht: Spannende Aufgaben und Aktionen sind wichtig, um Reaktionen der Bewohner zu provozieren, die man sonst nicht zu sehen bekommt, und um etwaige Durchh├Ąnger bei den Bewohnern zu kompensieren. Das bekamen wir jedoch nur selten zu sehen. Viel zu oft zeugten Matches, wenn sie denn kamen, von fehlender Kreativit├Ąt und waren allenfalls L├╝ckenf├╝ller. Wen interessierte es schon, wenn ein Team alleine antrat und danach zwei Tage im Strafbereich fristen musste? F├╝r Zoff oder allgemein Bewegung im Haus hatte dies nur selten gesorgt.

Essen

┬ę Sky / Endemol Shine

Und das ist zumindest der Vorteil von den hierzulande beliebten ┬á„Arm gegen Reich“-Staffeln. Ein Wechsel der Bereiche l├Âste verl├Ąsslich gro├če Emotionen aus: Jubel bei den Gewinnern, betr├╝bte Gesichter bei den Bewohnern. Und wenn es zuvor ein „Blut, Schwei├č & Tr├Ąnen“-Match war, bekam man Bilder der sichtlich ersch├Âpften Bewohner obendrauf. Das befriedigt die nicht wenigen Fans, f├╝r die k├Ârperliche Leistung mehr z├Ąhlt als alle andere.┬áDass es aber kein Matchfield und Bereiche braucht, um Gef├╝hlsausbr├╝che┬áaus den Bewohnern herauszukitzeln, bewies┬ádie Handschellen-Wochenaufgabe. Hier zeigte der gro├če Bruder den Bewohnern, dass besonders Lusy und ├üsa f├╝r das Scheitern verantwortlich waren, was dazu f├╝hrte, dass nicht nur┬áManuel auf die beiden m├Ąchtig sauer war.

Bild: Sky/Endemol Shine

(c) Sky/Endemol Shine

Ein Lob gibt es auch f├╝r die „Back to School“-Wochenaufgabe, die eklatante Wissensl├╝cken bei so genau den Bewohnern auftat, die zuvor ├╝ber gro├čes Wissen geprahlt hatten. Zudem machte sich hier Big Brother auch die M├╝he, mit Verkleidungen und Requisiten die Wochenaufgabe f├╝r die Zuschauer ansehnlich zu gestalten. Dies war jedoch nicht immer der Fall. So ist beispielsweise das Kn├╝pfen von Armb├Ąnden oder das S├Ągen von Holzsp├Ąnen kaum interessant f├╝r den Zuschauer. Da h├Ątten die Macher mehr liefern m├╝ssen ÔÇô besonders, wenn sie Challenges mit der Begr├╝ndung meiden, dass Videospiele und Hollywood jeden Stunt besser pr├Ąsentieren k├Ânnten. Wie man Armb├Ąnder bastelt, kann man sich schlie├člich auch in hunderten von Tutorials auf YouTube anschauen ÔÇô auch besser als bei Big Brother. Auch ein paar frische Wochenaufgaben w├Ąren w├╝nschenswert gewesen anstatt immer wieder nur die selben alten Klassiker aus der Mottenkiste auszugraben. Zwar sorgte die Arbeitseinteilung beim Dauer-Wacheschieben auch in diesem Jahr wieder f├╝r Stress, doch abgesehen davon fehlt der Reiz, Bewohnern beim Sitzen auf St├╝hlen zuzusehen.

Wirklich der H├Âhepunkt der Woche? Die Probleme der Entscheidungsshows

Etwas mehr Kreativit├Ąt w├Ąre auch bei den Live-Shows n├Âtig gewesen. Wie auch schon in den letzten RTL2-Staffeln verkommen die mehr und mehr zu einem Gemischtwarenladen, bei dem jede Woche bereits bekannte Gimmicks ausgepackt werden, um die Sendezeit zu f├╝llen. Hier mal ein Brief von zu Hause, da mal eine Standpauke von Big Brother und alle Jubeljahre mal eine Kollektivstrafe. Dass dabei aber auf aufw├Ąndigere und damit immerhin Zeit f├╝llende Matches verzichtet wurde, machte sich negativ bemerkbar. Zu oft zog sich die Entscheidungsshow ohne tats├Ąchlich etwas inhaltlich Relevantes zu liefern, das man gesehen haben muss. Hier muss man nacharbeiten und ├Ąhnlich wie in Runde vier Nominierungen und Ausz├╝ge in eine Sendung packen, wie zuletzt bei RTL2 w├Âchentliche Live-Matches einbauen oder die Live-Sendungen einfach k├╝rzer halten.

Big Brother 2015 Moderator Jochen Bendel BB12

Bild: sixx/Willi Weber

Positiv zu werten ist, dass der gro├če Bruder in diesem Jahr der Versuchung widerstand, Zwischenergebnisse bei den Zuschauervotings zu zeigen. Dies f├╝hrte in den vergangenen Jahren dazu, dass Fans der zur├╝ckliegenden Bewohner verst├Ąrkt anriefen und ihren Liebling doch noch retteten. Auf Nominierungsschutz-Votings w├Ąhrend der Nominierung wurde gl├╝cklicherweise ebenso verzichtet wie auf die unlustige Cindy aus Marzahn mit ihren abgelesenen Witzen.

Erfreulich ist dar├╝ber hinaus, dass die Macher in diesem Jahr gelegentlich┬áversucht haben, auf die Kritik der Fans einzugehen. Ja, sie haben nicht drei Tage nach dem Staffelstart eine Sandarena aufgesch├╝ttet, weil das Fehlen des Matchfields beklagt wurde. An kleineren Stellschrauben wurde aber durchaus gearbeitet. Als wir aber auf BBfun.de die Langeweile im Haus und die fehlende Pr├Ąsenz des gro├čen Bruders (z.B. in Form von Matches oder Bestrafungen) kritisierten, wurde auf jeden einzelnen Kritikpunkt innerhalb einer Woche reagiert. Als von Fans bem├Ąngelt wurde, dass durch das „Mitgehangen, Mitgefangen“-Prinzip und der Beschr├Ąnkung der Anzahl an Nominierten auf zwei Bewohner nur die interessantesten Bewohner auf der Liste stehen, wurden kurzerhand die Regeln ge├Ąndert. Solche ├änderungen wurden dieses Mal auch vorab angek├╝ndigt ÔÇô das sorgte f├╝r mehr Transparenz.

Finalticket Christian Big Brother Vorwuerfe

(c) sixx/Endemol Shine

Gleichwohl h├Ątte man in den Liveshows durchaus transparenter reagieren k├Ânnen. Zwar gibt es kaum M├Âglichkeiten, Gegner von Sharon von der Richtigkeit des Votings zu ├╝berzeugen, doch beim Drama um das Finalticket von Christian w├Ąre ein Statement in der Liveshow durchaus angebracht gewesen. Ein Abspielen von Videoaufnahmen h├Ątte die eigene Aussage, dass es keine eindeutigen Beweise gibt, untermauern k├Ânnen und den Fans zudem gezeigt, dass man ihren ├ärger sehr wohl ernst nimmt. Es w├Ąre ein Moment gewesen, der die Entscheidungsshow zu einer Sendung f├╝r die Fans macht.

Big Brother’s Little Brother: Jochen Bendel

Stattdessen gab es nur eine Stellungnahme von Jochen Bendel im Facebook-Chat nach der Show, die ├╝brigens ein nettes Geschenk an die Fans war. Es war im ├ťbrigen nicht das einzige Mal, dass sich Jochen dem Kummer der Fans angenommen hat. Auf Facebook und Twitter reagierte er immer wieder auf Zuschauermeinungen und lie├č es gelegentlich durchscheinen, wenn er mit einzelnen Entscheidungen auch nicht vollstens zufrieden war. So machte er keinen Hehl daraus, dass er sich weniger kameraerfahrene Bewohner gew├╝nscht h├Ątte.

Big Brother 2015 Jochen Bendel

(c) sixx/Martin Saumweber

Es gibt in Deutschland wohl kaum einen anderen Moderator, der sich mit dem Format Big Brother so stark identifiziert und sich ernsthaft f├╝r die Sendung interessiert. Da kann man auch dar├╝ber hinwegsehen, dass Jochen bei den Live-Sendungen nicht immer seine St├Ąrken ausspielen konnte. So waren die Exit-Interviews viel zu kurz, als dass er tats├Ąchlich interessante Gespr├Ąche f├╝hren konnte┬áwie sp├Ąter auf Facebook. Den Sendeablauf eigenm├Ąchtig zu sprengen und vom Skript der Redaktion abzuweichen, kann man sich in der Live-Show ebenso wenig erlauben wie das ausgiebige und nicht selten ironische Analysieren der Bewohner, wie er es beispielsweise beim Nachtfalken oder in der Late Night-Show zu Promi Big Brother hervorragend machen konnte.

Bei jedem Witz und jedem Kommentar ├╝ber einen Bewohner riskiert man schlie├člich einen Shitstorm der Zuschauer. Die sind ├╝brigens ein weiteres Problem der Staffel, zumindest dann, wenn sie sich in der Kommunikation mit sixx oder bei Diskussionen auf Twitter, Facebook und in Fanforen im Ton vergreifen. Das mag aus ├ärger ├╝ber fehlendes Matchfield und Challenges, zu bekannte Bewohner, fehlende H├Ąrte im Haus, dem abgebrochenen Telefonvoting nach Tims Auszug oder einigen anderen Problemen vielleicht nachvollziehbar sein, rechtfertigt aber nicht jedes Verhalten. Und wer als Fan eine bessere Staffel w├╝nscht, sollte den Verantwortlichen nicht die Lust auf das Format durch unangebrachte Kommentare nehmen. Das gilt besonders dann, wenn die Quoten einer Staffel alleine nicht direkt f├╝r eine Fortsetzung sprechen.┬áDie ist aktuell auch tats├Ąchlich┬ágar nicht geplant.

Big Brother Finale 2015

(c) sixx/Frank Dicks

„Wir sind mit ‚Big Brother‘ auf sixx absolut zufrieden. Wir lagen mit der gesamten Staffel ├╝ber Senderschnitt, das ist eine gute Leistung“, erkl├Ąrte zwar sixx-Chefin Christina Kuby kurz vor dem Finale, doch im Schnitt 1,8 Prozent Marktanteil bei den 14- bis 49-j├Ąhrigen Zuschauern (bis zum 18.12.) entsprach wohl nicht dem signifikanten Quotenwachstum, das┬ásich Christina Kuby vor dem Staffelstart im Interview mit DWDL.de gew├╝nscht hatte. Eine weitere Staffel ist bei sixx n├Ąmlich erst einmal nicht geplant.

Das Fazit zur Big Brother 2015 auf sixx

Doch der Sender┬áw├Ąre durchaus gut beraten, den gro├čen Bruder noch nicht abzuschreiben. Die gro├če Schwester Sat.1 hatte mit ihrer ersten Promi-Staffel schlie├člich ├Ąhnliche Erfahrungen gemacht. Heute wie damals war┬ádas┬áPotential f├╝r eine gute Staffel vorhanden. Es wurde┬áschlichtweg nur selten┬ágenutzt. Manchmal wurde die Entfaltung dieses Potentials durch aufgew├Ąrmte oder wenig kreative Aktionen durch die Macher sogar auch gekonnt verhindert. Dass es aber durchaus ein Interesse an Big Brother bei sixx gibt, belegten in den vergangenen Wochen auch einzelne Quotenerfolge (bis zu 3,3 Prozent Marktanteil f├╝r Tageszusammenfassungen bei BB12). Auch lobende Kommentare von sonst eher kritisch eingestellten Fans, als beispielsweise das Haus von Mitarbeitern gest├╝rmt wurde, zeigten das. Wenn sixx und Endemol Shine Germany ihre Erfahrungen nutzen, von den Fehlern lernen und keine Allstars-Staffel mit kamerageilen Ex-Bewohnern auf Sendung schicken, k├Ânnte┬áeine zweite sixx-Staffel von Big Brother genauso ein Hit werden wie die zweite Promi-Staffel in Sat.1. Man m├╝sste nur seine Hausaufgaben ordentlich machen.

Ich bin mir sicher, auch Pamela Anderson w├╝rde eine Fortsetzung ziemlich sixxy finden.

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