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BBfun-Sprechzimmer
Big Brother 2015 Einzug

© sixx/Willi Weber

steans Sprechzimmer: Kritik zur Big Brother-R├╝ckkehr

13 Bewohner sind gestern bei sixx in das neue Big Brother-Haus eingezogen. Zeit f├╝r mich, im BBfun-Sprechzimmer die Ereignisse des gestrigen Tages zu rekapitulieren und eine erste Einsch├Ątzung zum Big Brother-Comeback zu geben.

2000 bei RTL2 gestartet feierte ÔÇ×das OriginalÔÇť nach l├Ąngerer Pause sein Comeback im Fernsehen und floppte dann schlimmer als Newtopia. Die Rede ist Popstars, das zwar die Mutter aller Castingshows ist, bei seiner Neuauflage aber auch nicht gro├č mit Neuerungen gl├Ąnzen konnte und vom Zuschauer letztlich verschm├Ąht wurde. Nein, ein bekannter Name reicht sicher nicht aus, um dauerhaft die Zuschauer zu begeistern. Insofern l├Ąsst es sich durchaus als mutig bezeichnen, dass sixx bei seiner Plakatwerbung auf jegliche Versprechen verzichtete und sich lediglich mit dem Pr├Ądikat ÔÇ×Das OriginalÔÇť zufriedengab. Im TV traute man sich mit einer kreativen Kampagne mehr. Dort lie├č man die sendereigenen H├╝hner in einen BB-Stall ziehen, wo sie von Big Brother mit formattypischen Anweisungen begr├╝├čt worden sind. Das zeigt: die kleine Senderin und der gro├če Bruder geh├Âren zusammen.

Kritik ├╝ber kamerageile Bewohner bestimmte den Start

Die Begeisterung auf das Comeback lie├č unter den Big Brother-Fans allerdings in den letzten Tagen vor dem Start deutlich nach. Dass der Gro├čteil der angeblich zw├Âlf, tats├Ąchlich aber 13 neuen Bewohner auf eine Karriere in den Medien und auf Big Brother als Sprungbrett aus ist, war der gro├če Aufreger in Foren und auf den Social Media-Plattformen. Dass sich dann auch fast alle Bewohner, die gestern w├Ąhrend der Er├Âffnungsshow in das Big Brother-Haus 2015 eingezogen sind, schon kannten, sorgte unter dem Hashtag #bbsixx auch f├╝r den ersten unfreiwilligen Lacher der Staffel.

Wo ist da der Unterschied zu Promi Big Brother 2015 in Sat.1? Wenn man b├Âse ist, m├Âchte man witzeln:┬á Die Auswahl von sixx ist nicht so intelligent, um f├╝r eine zweiw├Âchige Teilnahme eine f├╝nfstellige Summe zu verlangen ÔÇô und sie vermutlich auch zu bekommen. Fairerweise muss man aber auch zugeben: So prominent wie der diesj├Ąhrige Promi BB-Cast sind die neuen Bewohner bei Weitem nicht. ÔÇ×Catch the MillionaireÔÇť-Kandidatin (Isabell) und ÔÇ×Berlin ÔÇô Tag und NachtÔÇť-Darsteller (Atchi) sind da wohl die einzigen ├ťberlappungen mit der diesj├Ąhrigen Promi-Runde, die mit einer ÔÇ×BachelorÔÇť-Kandidatin (Sarah Nowak) und ÔÇ×Berlin ÔÇô Tag und NachtÔÇť-Darstellerin (JJ) aufwartete.

Und man darf auch nicht vergessen: Die neuen Big Brother-Bewohner m├Âgen nach ihrer Zeit im Haus eine Karriere anstreben und sixx mag ihnen schon im Intro Fans zujubeln lassen, als w├╝rde der n├Ąchste Superstar gesucht werden; nach dem 9Live-Aus werden sie diese Karriere ohnehin nicht mal ansatzweise aufbauen ÔÇô au├čer vielleicht Hans-Christian, der wom├Âglich auch weiter in ├Âsterreichischen Produktionen mitspielen wird. Lediglich ein paar Likes auf Facebook werden herausspringen ÔÇô aber das ist f├╝r manchen der Bewohner im Haus ja auch schon so etwas wie ein Lottogewinn.

Mutige Entscheidung: Keine Challenges und kein Matchfield

Wichtiger als die Zeit nach Big Brother ist allerdings die Zeit w├Ąhrend Big Brother. Ob es sich lohnt, TV-erfahrene Personen ins Haus zu schicken, und ob die Bewohner durchgehend unterhalten werden, l├Ąsst sich erst nach dem Finale abschlie├čend beurteilen. Daf├╝r ist es nach dem Einzug mit teils gestellten Szenen und dem ersten Beschnuppern im Haus noch zu fr├╝h.

Doch die Leistung der Produzenten l├Ąsst sich durchaus bewerten. Die Macher von Endemol Shine Germany entschieden sich, Challenges und Matchfield offiziell Tsch├╝ss zu sagen. Eine Entscheidung, die ich pers├Ânlich begr├╝├če, denn zuletzt haben mich beide Elemente nur selten begeistert. Wer braucht schon ein Matchfield wie in Staffel 10, wenn die Bewohner dort ohnehin nur zur Live-Show herumturnen, um ein paar Luxusg├╝ter zu bekommen? Wenn Matchfield, dann doch bitte wie in Staffel vier oder f├╝nf, auf das die Bewohner ├╝berraschend gerufen werden und auf dem sie dann um Luxus oder Armut k├Ąmpfen m├╝ssen.

Gleichwohl halte ich die Entscheidung, auf beide Elemente und auch auf eine permanente Hausteilung zu verzichten, f├╝r ├Ąu├čerst mutig. Auch wenn sie nicht Teil des originalen Big Brother-Konzepts sind, haben diese Konzepte in Deutschland etabliert. Das zeigte auch der Mini-Shirtstom in den Foren, auf Twitter und Facebook, als das Ende von Matchfield und Challenges besiegelt wurde. Auch Umfragen nach der Lieblingsstaffel zeigen die Wertsch├Ątzung dieser Elemente. Keine Staffel ist so beliebt wie die f├╝nfte ÔÇô nicht zuletzt dank Survivor-Bereich drau├čen und spektakul├Ąren Challenges. Wie sehr die deutschen Fans es sch├Ątzen, wenn die Bewohner etwas leisten m├╝ssen, wei├č auch Big Brother. Nicht umsonst wurde schon im Intro – das dankenswerterweise nicht so ├╝bertrieben bedeutungsschwanger wie zuletzt bei RTL2 gestaltet wurde – versprochen, dass der gro├če Bruder von den Bewohnern┬áalles abfordern werde.

Eine Staffel ohne Matchfield, Challenges und Hausteilung kann dabei durchaus funktionieren, wie Fans rund um den Globus wissen. Dass die elfte regul├Ąre und erste Promi-Staffel inhaltlich recht schwach waren, lag auch weniger am Fehlen dieser Elemente. Vielmehr lag das an redaktioneller Schw├Ąche und dem misslungenen Versuch, die Zuschauer mit Wochenaufgaben wie Konfetti-Sortieren und In-den-Pool-Rutschen zu begeistern. Da braucht es mehr Kreativit├Ąt, Abwechslung und ÔÇô f├╝r Deutschland ÔÇô neue Ideen, um die Zuschauer zu ├╝berraschen.

Du bist nicht allein: Alter BB-Werbeslogan wird Wirklichkeit

Solch eine neue Idee ist das P├Ąrchenkonzept, das in der Er├Âffnungsshow vorgestellt wurde. In diesem Jahr treten die Bewohner ÔÇô zumindest bis auf Weiteres ÔÇô nicht alleine, sondern in Zweierteams an. Sie nehmen gemeinsam an Aufgaben und Matches teil, nominieren gemeinsam und werden gemeinsam bestraft. Neu ist diese Idee in der Big Brother-Welt nicht. Erfunden wurde diese nicht wie manche Fans glauben 2014 von Big Brother Australien, sondern schon 2008 von Big Brother USA und wurde seitdem von mehreren gro├čen Br├╝dern genutzt.

Die deutschen Produzenten schafften es allerdings, bei der Kandidatenwahl ihren eigenen Dreh reinzubringen und lie├č die ersten sechs Bewohner die Teams bilden. Dabei gab es erstmals bei diesem P├Ąrchenkonzept 13 Bewohner, so dass einer (Thomas) ohne Teamkollegen ist und damit auch nicht ins Haus darf. Stattdessen muss er eingesperrt im Strafbereich im Garten leben. Das ist wesentlich gemeiner und dadurch auch unterhaltsamer als eine ganze Gruppe in einen Keller zu sperren, sofern Thomas auch l├Ąngere Zeit eingesperrt bleibt und nicht schon heute wieder raus darf. Auch die Tatsache, dass niemand mit ├üsa ein Paar bilden wollte, war ein Highlight. Es verriet schlie├člich mehr ├╝ber f├╝nf der ersten sechs Bewohner als so manches Vorstellungsvideo mit teils stark gestellten Szenen.

Auch in Zukunft bietet das neue P├Ąrchenkonzept von Big Brother 2015 einigen Raum f├╝r spannende Spielchen. So k├Ânnte der gro├če Bruder die Bewohner in Spanien die nominierten Teams dazu zwingen, selbst zu entscheiden, welcher der beiden Bewohner tats├Ąchlich auf der Nominierungsliste landet. Das k├Ânnte im Idealfall f├╝r Zoff und Diskussionen sorgen, im schlimmsten Fall f├╝r eine Runde Schnick-Schnack-Schnuck. Oder Big Brother k├╝ndigt wie in den USA vor der ersten richtigen Nominierung an, dass nur ein Team zum Abschuss freigegeben wird und der Sieger des Telefonvotings anschlie├čend mangels Partner vor Nominierung gesch├╝tzt ist. Dies w├╝rde die Bewohner zwingen, taktisch vorzugehen. Eine weitere Option ist, dass die Zuschauer wie in Australien entscheiden m├╝ssen, welches Team final nominiert ist, w├Ąhrend die Bewohner anschlie├čend selbst bestimmen m├╝ssen, welcher der beiden nominierten Teammitglieder das Haus verlassen muss. Das w├╝rde sicherlich einen Keil zwischen die Bewohner treiben. Potential ist wirklich genug vorhanden.

Wusste zu gefallen: Die Er├Âffnungsshow mit Jochen Bendel

Abseits der P├Ąrchenidee lieferte die Einzugsshow nur ein weiteres inhaltliches Highlight: die Ank├╝ndigung des ersten Exit-Votings, f├╝r das alle nominiert sind. Ansonsten stand ÔÇô wie es sich f├╝r eine Einzugsshow auch geh├Ârt ÔÇô die Vorstellung der Bewohner im Mittelpunkt. Den n├Ąchsten Knaller muss der gro├če Bruder erst in der heutigen Tageszusammenfassung liefern, die dank des sp├Ąten Starts nur auf wenig Inhalte aus dem Haus zur├╝ckgreifen kann und f├╝r die Macher damit wohl die schwierigste Sendung der ganzen Staffel┬áist.

Lobend zu erw├Ąhnen ist, dass die Macher sichtlich bem├╝ht waren, Abwechslung in die Er├Âffnungsshow zu bringen. Dies schafften sie auch, indem sie die Bewohner auf unterschiedliche Art und Weise vorstellten und einziehen lie├čen. So gab es unter anderem Dreiereinz├╝ge, einen als Paketlieferung getarnten Einzug und eine ├ťberraschung f├╝r Manuel, der im Publikum sa├č und dachte, dass er nur Ersatzkandidat sei. Zum Ende hin gab es in der dreist├╝ndigen Auftaktsendung allerdings auch ein paar L├Ąngen, so dass man sich fragt, ob nicht eine zweist├╝ndige, daf├╝r etwas straffere Startshow gereicht h├Ątte.

Ein Lob gilt auch Jochen Bendel, der anfangs zwar nerv├Âs, dann aber recht schnell locker, nat├╝rlich und souver├Ąn durch die Einzugsshow f├╝hrte. Nur schade, dass er schon in der Sendung warnte, als Moderator neutral bleiben zu m├╝ssen. Damit wird er sich die ein oder andere Spitze gegen die Bewohner wohl verkneifen.

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